Kreml reagiert

Geheimdienst-Kontrolleur Hahn: Abfluss gehackter Daten noch unklar

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Andre Hahn auf dem Weg zum Sitzungssaal des Parlamentarischen Kontrollgremiums.

Im Bundestagsgremium zur Kontrolle der Geheimdienste ist man nicht sicher, wie viele Daten aus dem Regierungsnetz abgeflossen sind. Bezüglich der Täter gibt es aber einen Verdacht.

Berlin - Der Vizevorsitzende des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste (PKGr), André Hahn, hat vor vorschnellen Aussagen zum Ausmaß des Hackerangriffs auf die Kommunikationsnetze des Bundes gewarnt. „Das müssen wir jetzt erstmal prüfen. Wir wissen bisher überhaupt nicht, in welchem Umfang Daten geflossen sind, vor allem auch was die Qualität angeht“, sagte der Linken-Politiker am Freitag dem RBB-Sender Radio eins. Aus Sicherheitskreise hieß es zuvor, es sei bei der Attacke kein breiter Datenstrom abgeflossen.

Gefahr großer Hacker-Angriffe wird bleiben

Nach Ansicht des PKGr-Mitglieds Uli Grötsch lassen sich Hackerangriffe auf die Bundesregierung auch künftig nicht vollständig verhindern. „An dem Netz, an dem die Bundesbehörden und Ministerien angeschlossen sind, arbeiten Tausende Mitarbeiter“, erklärte der SPD-Abgeordnete im BR-Radiosender Bayern 2. „Wenn dann bei einer so professionell angelegten Kampagne ein Mitarbeiter einen falschen Klick macht, dann kann es schon zu spät sein.“

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seit etwa sechs Wochen sichere Hinweise auf die Hintergründe des Hackerangriffs. Sie seien am 19. Dezember von einem ausländischen Partnerdienst darauf hingewiesen worden, dass das Netzwerk attackiert werde, hieß es am Donnerstagabend in Sicherheitskreisen. Der Hinweis sei jedoch nicht spezifisch gewesen, so dass es bis etwa Mitte Januar gedauert habe, bis der Angriff habe verifiziert werden können. Er sei mutmaßlich bereits seit Ende 2016 im Gange.

Russische Hackergruppe „Snake“ steckt mutmaßlich hinter dem Angriff

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll eine unter dem Namen „Snake“ (deutsch: Schlange) bekannte russische Hackergruppe hinter der Attacke stecken. Computerexperten sagen ihr Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nach.

Kreml: Wir haben aus Berlin noch nichts zu Hackerangriff gehört

Die russische Regierung ist nach eigenen Angaben aus Deutschland noch nicht über den Hackerangriff auf das Datennetzwerk des Bundes informiert worden. „Mir ist nicht bekannt, dass diese Frage offiziell oder auf Expertenebene besprochen worden wäre“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau.

Es war nach zwei Tagen die erste russische Reaktion auf Berichte, dass gesicherte Datennetze der Bundesregierung seit Monaten ausspioniert worden seien. Die deutschen Sicherheitsbehörden machen eine Hackergruppe namens „Snake“ mit Kontakten zu russischen Geheimdiensten für den Angriff verantwortlich.

Peskow wehrte sich gegen einen Generalverdacht: „Jeder Hackerangriff auf der Welt wird gleich mit russischen Hackern in Verbindung gebracht“, sagte er der Agentur Tass zufolge. Aber es würden nie Beweise vorgelegt. Und die Medienberichte darüber müsse man „mit großer Vorsicht“ betrachten.

dpa

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