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Wegen Corona: Ausfall von Blutspendern befürchtet – „Versorgungslage kann sich zuspitzen“

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Von: Patrick Mayer

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Von Corona-Infektionen beeinträchtigt? Blutspenden in Deutschland. (Symbolfoto)
Von Corona-Infektionen beeinträchtigt? Blutspenden in Deutschland. (Symbolfoto) © IMAGO / Eibner

In Süddeutschland drohen wegen der erwartet steigenden Corona-Infektionszahlen im Winter Engpässe bei den Blutspenden. Das DRK hat in Baden-Württemberg und Hessen eine dringende Bitte.

München/Frankfurt am Main – Einmal mehr schlägt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit Blick auf die Blutspenden in Deutschland Alarm. Denn: Seit Monaten gehen laut Angaben des bei deutschen Krankenhäusern und Kliniken zu wenige Blutspenden ein. Trotz dessen, dass vielerorts in Deutschland die Corona-Maßnahmen fast vollständig aufgehoben wurden.

Blutspenden in Deutschland: Weniger Spenden wegen Corona? DRK Baden-Württemberg-Hessen warnt

So kamen noch 2019 in Deutschland nur 1,9 Millionen Liter Blut zusammen. Die Zahl der Vollblutspenden ging schon vor der Coronavirus-Pandemie stark zurück. Im Jahr 2020 wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 6.388.992 Blutspenden geleistet. Damit sank die Spendenanzahl um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Erklärung dürften die Beschränkungen wegen Corona gewesen sein. Dennoch setzt sich der Trend bereits seit Jahren fort. Seit 2011, dem Jahr mit den meisten Spenden, ging die Anzahl bis 2020 um 1,3 Millionen zurück, und damit um rund 16 Prozent. Zuletzt berichtete der NDR, dass ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf seit dem Auslaufen der Corona-Maßnahme im Frühjahr etwa 25 Prozent weniger Menschen zur Blutspende kommen.

Der anstehende Corona-Winter könnte nun zu (noch) knapper werdenden Blutkonserven führen. Das befürchtet der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg und Hessen. Der zu erwartende Anstieg der Zahl von Infizierten, die zeitweise für eine Spende ausfallen, „bereitet Sorgen“, wie eine Sprecherin in Frankfurt am Main mitteilte: „Hier kann sich die Versorgungslage schnell zuspitzen.“ Daher bitte man darum, schon vorher zur Blutspende zu kommen.

Aktuell kann der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen nach eigenen Angaben Krankenhäuser entsprechend ihres Bedarfs versorgen. Die „Versorgungs-Ampel“ stehe damit allerdings noch lange nicht auf Grün, erklärte die Sprecherin. Einige Blutpräparate seien nur kurz haltbar, sodass täglich genügend Spenden vorhanden sein müssen. Aktuell reiche die Zahl der eigenen Konserven für etwa zweieinhalb Tage. Sicherer wäre ein Vorrat für vier bis fünf Tage, sagte die Sprecherin weiter.

Im Video: Corona - Millionen Schutzmasken in Bayern hätten nicht verteilt werden dürfen

Neben dem möglichen coronabedingten Ausfall von Spendern zählte der Blutspendedienst auch die Folgen der Energiekrise zu den Herausforderungen des anstehenden Winters. Einerseits müsse Energie gespart, andererseits wegen der Corona-Pandemie regelmäßig gelüftet werden – und die für die Blutspende einzuhaltende Raumtemperatur bei mindestens 19 Grad liegen. Zusätzlich gebe es einen Personal- und Nachwuchsmangel im Gesundheitswesen, „was in Summe spürbare Auswirkungen auf die Blutspende zur Folge hat“.

Blutspenden in Deutschland: 15.000 Spenden täglich für Blutkonserven benötigt

Eine Blut- oder auch Plasma-Spende ist in Hessen an verschiedenen Universitätskliniken, Krankenhäusern und kommunalen oder privaten Einrichtungen möglich. Dem Sozialministerium in Wiesbaden zufolge werden in Deutschland täglich rund 15.000 Spenden benötigt, um Patienten sicher mit Blutkonserven versorgen zu können. Verwendet werden diese etwa für Transfusionen nach schweren Unfällen und für Operationen oder Krebspatienten. (pm/dpa)

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