Europäische Länder verhängen Lockdowns

Coronavirus: Dritte Welle! Hier schlägt sie bereits um sich - Neuer Anstieg jetzt wohl noch viel gefährlicher

Eine Krankenschwester behandelt einen Corona-Patienten auf der Station für Anästhesiologie im Krankenhaus Liberec.
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Tschechien: Die Corona-Lage beruhigt sich im deutschen Nachbarland nicht.

Experten weltweit fürchten die dritte Welle der Corona-Pandemie. In einigen Ländern tobt sie bereits. Die Zahlen in Deutschland bewertet RKI-Chef Wieler klar.

München - „Die dritte Welle hat schon begonnen“, warnte RKI*-Chef Lothar Wieler am Mittwoch. Sein Institut hatte an diesem Tag 14.356 Corona-Neuinfektionen registriert. Die 7-Tage-Inzidenz* war auf 69,1 gestiegen. Am Tag darauf sogar auf 73,1.

Corona-Zahlen in Deutschland steigen: Virus-Variante deutlich ansteckender - und häufiger tödlich

Der schleppende Impfstart könnte Deutschland zum Verlier im Wettlauf gegen die mutierten Virus-Varianten machen. Die britische Mutation ist weltweit auf dem Vormarsch. Sie ist deutlich ansteckender als ihre Ursprungsform und darüber hinaus auch noch gefährlicher. B.1.1.7* führt, das zeigen Untersuchungen von NERVTAG und SAGE, häufiger zu einem schweren Krankheitsverlauf. Die Sterblichkeit erhöht sich etwa um das 1,6-Fache.

Striktes Einhalten der Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen sei dringend geboten, mahnt Wieler, erst sobald 80 Prozent der Bevölkerung immunisiert seien, können die Maßnahmen aufgehoben werden. Kommt nichts dazwischen, dürfte es im Herbst soweit sein. Zu hohe Erwartungen will Gesundheitsminister Spahn aber nicht wecken.

Corona-Lockerungen: Robert-Koch-Institut warnt - Infektionszahlen steigen in fast ganz Europa

Die erneuten Warnungen des RKI-Chefs kommen zu einem pikanten Zeitpunkt. Mitten in die Lockerungswilligkeit der Bundesregierung zeigt er ein besorgniserregendes Lagebild. Über die Zahlen täuscht eben nichts hinweg. Seit Mitte Februar steigen die Infektionswerte in Deutschland im Schnitt konstant.

Ist das die dritte Welle? Während die Werte in Deutschland noch debattiert werden, sind die Zahlen in anderen europäischen Ländern mehr als eindeutig. Meist in klarem Zusammenhang mit der Ausbreitung der britischen Virus-Mutante. Auch im deutschen Nachbarland Österreich ist die Rolle der Corona-Varianten* nicht von der Hand zu weisen. Lockerungen stehen in der Alpenrepublik bereits wieder auf der Kippe. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in Österreich lag am Mittwoch bei 186,4 und die Auslastung der Intensivstationen steigt rasant.

Coronavirus: Lage in Europa beruhigt sich nicht - Dritte Welle trifft Tschechien, Estland und Ungarn heftig

Mit voller Wucht getroffen wurden vor allem Tschechien, Estland und Ungarn. Die kleineren Staaten Montenegro, San Marino und Malte ebenfalls, zeigen die aktuellen Zahlen von WHO und der Johns Hopkins University.

768,1 Neuinfektionen pro 100.000 verzeichnete Tschechien in der vergangenen Woche. Das Land wurde im Spätsommer erstmals heftig von der Pandemie getroffen. Seitdem beruhigte sich die Lage zweimal nur ansatzweise und kurzzeitig.

Dritte Corona-Welle in Europa: Todesrate in Ungarn bedrohlich - Estland verzeichnet Infektions-Höchstwert

In Ungarn (Inzidenz 419,1) ist die relative Zahl der Neuinfektionen zwar merklich geringer, aber dennoch enorm. Die Todesrate im Donauland ist dabei leider sehr bedrückend. 172 Menschen waren am Mittwoch mit oder an Corona* gestorben. Die ungarische Regierung hatte schon vorher einen neuerlichen Lockdown vom 8. bis zum 22. März verhängt.

Estland befindet sich ebenfalls im Lockdown*. Und erreichte am Donnerstag dennoch einen traurigen Rekordwert. 1.957 Neuinfektionen an nur einem Tag. So viele wurden seit Begin der Pandemie im baltischen Land nie gemessen. Bislang war Estland im europäischen Vergleich immer eines der sichersten Länder gewesen. Nun verbreitet sich aber auch hier die britische Corona-Variante extrem. Bis zum 11. April gelten strenge Maßnahmen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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