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Zu geringe Nachfrage: Bund muss viele Millionen Corona-Impfdosen in die Tonne schmeißen

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Von: Patrick Freiwah

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Ressortleiter des Bundesgesundheitsministeriums: Karl Lauterbach (59/SPD)
Ressortleiter des Bundesgesundheitsministeriums: Karl Lauterbach (59/SPD). © Political-Moments/Imago

Millionen von Impfstoffdosen gegen Corona wandern in den Müll – die Vakzine wurden umsonst bestellt. Schuld sind die mangelnde Nachfrage und das Verfallsdatum.

Berlin - Es sind Meldungen wie diese, welche die nationale Impfstrategie Deutschlands in ein schlechtes Licht rücken: Die Bundesregierung muss über vier Millionen Impfstoffdosen gegen das Coronavirus vernichten, weil sie dafür keine Abnehmer findet. Zum 13. September 2022 hätten laut Bundesgesundheitsministerium rund 4,6 Millionen Dosen der Hersteller Novavax und Moderna im zentralen Lager des Bundes ihr Verfallsdatum überschritten. Als Lösungsansatz bemühe sich die Bundesregierung derzeit auf EU-Ebene darum, die Haltbarkeit von Impfstoffen künftig zu verlängern.

Denn offenbar gilt für Vakzine das, was auch für zahlreiche Lebensmittel gilt: Das Ablaufen des Haltbarkeitsdatums heiße nicht automatisch, dass dieser Impfstoff tatsächlich verfallen ist, führte der Ministeriumssprecher aus. Die Corona-Impfstoffe seien zwar noch verwendbar, jedoch würden es die aktuellen Regeln erfordern, dass die Impfdosen nach Ablauf vernichtet werden müssen.

Corona: Bund muss Millionen Impfdosen vernichten – „Mangelt zurzeit an Abnehmern“

Außerhalb Deutschlands scheint für die entstandenen Überkapazitäten kein Bedarf zu bestehen: Die Möglichkeit, überschüssige Corona-Impfstoffe an andere Länder zu spenden, leide unter schwacher Nachfrage. Die Bundesregierung bemühe sich zwar um eine Weitergabe der Stoffe – „Die Wahrheit ist aber schlicht und ergreifend, dass es zurzeit an Abnehmern mangelt.“

Derweil verdeutlichen Zahlen, wie es um die finanziellen Verhältnisse der Pharmaindustrie in Deutschland bestellt ist:

Corona: Impfquote derzeit auf niedrigem Niveau – Rekord stammt von Dezember 2021

Aktuell werden in Deutschland vergleichsweise wenige Corona-Impfungen verabreicht: Am Dienstag etwa waren es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bundesweit 47.000. In den Hochzeiten der Impfkampagne wurden zum Teil Werte von mehr als einer Million Impfungen pro Tag verzeichnet – der Rekord wurde am 15. Dezember 2021 mit 1,6 Millionen Impfungen verzeichnet.

Seit dem Start der Impfkampagne wurden laut RKI 209,5 Millionen Dosen in Deutschland ausgeliefert. Davon seien bis Montag dieser Woche (19. September) 88,4 Prozent verimpft worden. Angesichts der Omikron-Varianten wurde jedoch jüngst damit begonnen, optimierte Impfstoffe auf den Markt zu bringen. (PF/AFP)

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