CSU-Rivalen

Seehofer und Söder: Überraschungs-Auftritt an der Grenze in der Corona-Krise

Markus Söder und Horst Seehofer planen überraschend einen gemeinsamen Auftritt an der bayerisch-österreichischen Grenze.
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Markus Söder und Horst Seehofer planen überraschend einen gemeinsamen Auftritt an der bayerisch-österreichischen Grenze.

Zwei CSU-Rivalen treffen sich mitten in der Corona-Krise an ungewöhnlicher Stelle: Ministerpräsident Söder und Innenminister Seehofer planen einen Auftritt an der bayerisch-österreichischen Grenze. 

München – Ungewöhnliches Wiedersehen zweier alter Rivalen: Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer (beide CSU) planen einen gemeinsamen Auftritt an der Grenze. Nach Informationen des Münchner Merkur sind beide für Montagnachmittag an einem Grenzübergang zu Österreich verabredet. Beide wollen über das weitere Vorgehen beim Grenzverkehr mit dem südlichen Nachbarn informieren. Erwartet wird, dass Seehofer auch einen bundeseinheitlichen Kurs im Umgang mit der Quarantäne vorschlägt. 

Seit Mitte März ist der Grenzübertritt massiv erschwert. Der Warenverkehr kommt durch, ansonsten nur Pendler oder Reisende mit triftigem Grund. Touristen zählen zu Österreichs Leidwesen nicht dazu. Eine völlige Grenzöffnung ist für Mitte Juni vorgesehen. In der Zwischenzeit wird an der Grenze noch zumindest stichprobenartig kontrolliert. Für Touristen heißt das: Sie könnten erwischt werden. 

NRW lockerte bereits Quarantäne-Regelung nach Einreise - Söder bleibt skeptisch

Bisher wird bei der Rückkehr nach Deutschland eine zweiwöchige Quarantäne ausgesprochen, um Infektionsketten diesseits der Grenze zu verhindern. Dass diese Regelung gelockert wird, ist abzusehen; noch gibt es aber kein klar erkennbares Tempo. Nordrhein-Westfalen preschte vor und berichtete bereits von einer Einigung auch mit dem Bund, Bayern zeigt sich vorerst eher skeptisch. Die entsprechende Regelung auf Landesebene läuft nächste Woche aus. 

Corona-Krise: Es sollen Touristen über Pflingsten im Freistaat gehalten werden

Offiziell will Bayern das Infektionsgeschehen unter Kontrolle halten – vom Tiroler Skiort Ischgl aus nahmen im März tausende Infektionen ihren Anfang -, inoffiziell geht es natürlich auch darum, angesichts der dramatischen Umsatzeinbrüche der Hotels und Gastronomen zumindest an Pfingsten möglichst viele Touristen im Freistaat zu halten. Völlige Reisefreiheit mit unverzüglicher Wirkung werden Söder und Seehofer im Süden kaum verkünden – aber wohl Erleichterungen. Begleitet werden sie von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). 

Gemeinsame Auftritte von Söder und Seehofer sind rar seit ihrem erbitterten Machtkampf ums Ministerpräsidentenamt, den Söder 2018 gewonnen hatte. Im Grundsatz trennt beide allerdings inhaltlich gar nicht viel; auch im Umgang mit dem Corona-Virus neigen der Nürnberger wie der Ingolstädter zu einem vorsichtigeren Kurs. 

Der Besuch an der Staatsgrenze soll auch ein Geschlossenheits-Signal an die Partei senden: Am Freitag, 22. Mai, lädt die CSU zu einem kleinen Parteitag, wenn auch wegen der Hygiene-Regeln nur virtuell. Auch da dürfte es übrigens um die Lage an den Grenzen gehen. Digital wird aus Österreich der dortige Bundeskanzler Sebastian Kurz zugeschaltet. Kurz hatte wiederholt für eine schnelle Grenzöffnung geworben, auch er natürlich aus wirtschaftlichen Gründen.

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