„Müssen Rahmenbedingungen schaffen...“

Söder und Kretschmann in einem Boot: Minister erklären Billig-Fleisch den Kampf - Kommt der Mindestpreis?

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, begrüßen sich vor dem Ulmer Rathaus.
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Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, begrüßen sich vor dem Ulmer Rathaus.

Preisdumping bei Fleisch ist ein heiß diskutiertes Thema. Corona-Ausbrüche bei Schlachtbetrieben sorgten für zusätzliche Aufmerksamkeit. Bayern und Baden-Württemberg wollen nun handeln.

Stuttgart/München - Schon seit langem wird über Preisdumping bei Fleisch gestritten - rund um die Corona-Ausbrüche bei Schlachtbetrieben beherrschte das Thema sogar kurzzeitig die Schlagzeilen. Nun machen Bayern und das Nachbarland Baden-Württemberg gemeinsame Sache. Minister der Regierungen von Markus Söder* (CSU) und Winfried Kretschmann* (Grüne) richteten am Freitag klare Forderungen an die Bundesregierung.

Der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk (CDU) fordert ein Ende des Preisdumpings. Es müsse um die Qualität, und nicht um den Preis gehen, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Stuttgart nach einer Videokonferenz mit seine bayerischen Kollegin Michaela Kaniber (CSU) und Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels zur Situation des Schweinemarkts. Er forderte von der Bundesregierung erneut, ein Verbot für Werbung mit Dumpingpreisen im Zusammenhang mit Fleisch und Fleischprodukten auszusprechen.

Fleischpreise: Minister von Söder und Kretschmann machen gemeinsame Sache - neuer Werbe-Stil gefordert

Kaniber sagte, bei der Werbung solle künftig die Qualität statt dem Preis im Vordergrund stehen. Landwirte hatten in der Vergangenheit gegen Dauerschnäppchen vor allem beim Fleisch protestiert, große Handelsketten waren daraufhin auf die Erzeuger zugegangen. Kaniber verwies darauf, dass Bayern und Baden-Württemberg eigene Qualitätssiegel haben. Sie seien in Bayern beim Verbraucher angekommen. Hauk sagte, die Weiterentwicklung dieser Programme sei von großer Bedeutung, um den süddeutschen Schweinesektor zukunftsfähiger und somit wettbewerbsfähiger zu machen.

Hauk warb für eine baden-württembergische Bundesratsinitiative. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, dass die Branche in eigener Zuständigkeit Mindestpreise für Fleisch festlegen kann. „Die Politik kann hier keine Vorgaben machen, das ist auch nicht unsere Aufgabe. Aber wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit die Branche aktiv werden kann.“ In Baden-Württemberg wird in gut zwei Wochen gewählt*. (dpa/fn) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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