Bundestagswahl 2017

Wahlbeteiligung bisher auf Niveau von 2013 - Künftige Koalition offen

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In sorbisch-wendischer Festtagstracht gab diese Frau ihre Stimme ab.

Am Sonntagvormittag sah es so aus, als würden sich mehr Menschen an der Bundestagswahl 2017 beteiligen, als noch im Jahr 2013. Das relativierte sich am frühen Nachmittag.

Berlin - Bei der Bundestagswahl zeichnete sich am Sonntag nach ersten Zahlen eine Wahlbeteiligung etwa auf dem Niveau von 2013 ab. Nach Angaben des Bundeswahlleiters war die Beteiligung bis zur Mittagszeit nahezu identisch mit der Wahl vor vier Jahren. Bis 14.00 Uhr hatten 41,1 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 41,4 Prozent gelegen.

Der Zwischenstand wird auf Grundlage der Beteiligung in ausgewählten Wahllokalen ermittelt. Allerdings sind in den Berechnungen nicht die Stimmen der Briefwähler enthalten. Experten erwarten in diesem Jahr einen Rekord an Briefwahlstimmen.

Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung am Ende bei 71,5 Prozent. Angesichts einer stärkeren Politisierung in diesem Jahr und der teils aufgeheizten Debatte um die AfD hatten Demoskopen aber einen leichten Zuwachs erwartet.

Rund 61,5 Millionen Deutsche waren zur Wahl aufgerufen. Letzte Umfragen sahen die Union zwischen 34 und 36 Prozent. Die SPD stand bei 21 bis 22 Prozent. Die AfD lag zwischen 11 bis 13 Prozent, die Linke kam auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 Prozent. Die Grünen standen demnach bei 7 bis 8 Prozent.

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Damit könnte neben einer neuen großen Koalition aus Union und SPD auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich werden. In beiden Fällen wäre Merkel auch die nächste Bundeskanzlerin, sie würde damit bereits in ihre vierte Amtszeit gehen.

Bundestagswahl 2017: Wie schneidet die AfD ab?

Mit besonderer Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet: Erstmals seit den 50er-Jahren könnte eine rechtsnationale Partei in den Bundestag einziehen - und das möglicherweise sogar als drittstärkste Kraft.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Union 41,5 Prozent bekommen, die SPD 25,7 Prozent, die Linke kam auf 8,6, die Grünen erreichten 8,4 Prozent. FDP (4,8) und AfD (4,7) scheiterten jeweils an der Fünf-Prozent-Hürde.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankte bei seiner Stimmabgabe in Berlin den rund 650 000 Wahlhelfern in Deutschland. Sie trügen auch in diesem Jahr zu einem reibungslosen Ablauf der Wahl bei Steinmeier kam bei kühlem, regnerischen Wetter in Begleitung seiner Frau Elke Büdenbender in das Wahllokal in einer Grundschule im Stadtteil Zehlendorf.

In der „Bild am Sonntag“ hatte das Staatsoberhaupt die Deutschen noch einmal aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen Sie zur Wahl!“, schrieb er in der Zeitung.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gab zusammen mit ihrem Mann Joachim Sauer im Wahllokal der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte ihre Stimme ab. Sie gab kein Statement ab, sondern sprach nur kurz mit den Wahlhelfern.

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wählte zusammen mit seiner Ehefrau Inge in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt Würselen ab. „Ich hoffe, dass heute möglichst viele Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und eine demokratische Zukunft der Bundesrepublik Deutschland bestärken, indem sie demokratischen Parteien ihre Stimme geben“, sagte der 61-Jährige. Vor dem Wahllokal machte der SPD-Kanzlerkandidat das Victory-Zeichen.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir grüßte bei seiner Stimmabgabe im Berliner Bezirk Kreuzberg vormittags gut gelaunt wartende Journalisten, Wahlhelfer und andere Wähler. „Ich erhoffe mir, dass wir nicht schlechter werden als das letzte Mal, gerne stärker werden“, sagte er anschließend vor dem Wahllokal Journalisten.

Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, gleich darauf senden die großen Fernsehsender die ersten Prognosen. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird für die Nacht zum Montag erwartet.

Unter folgendem Link finden Sie am Wahlabend alle Prognosen, Hochrechnungen und Karten aus den 299 Wahlkreisen in ganz Deutschland.

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