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Umfrage: So könnte Angela Merkel den Wahlsieg noch verspielen

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Die sichere Siegerin? Angela Merkel bei der Kabinettssitzung am Mittwoch

Die Wahl scheint entschieden. Aber eine Umfrage zeigt: Ein paar Dinge gibt es, die die Deutschen Angela Merkel so übel nehmen würden, dass ihr Wahlsieg ins Wanken käme. Im Fokus steht das Thema Flüchtlinge.

München/Berlin - Offiziell gibt sich Martin Schulz noch immer kämpferisch. „Ich strebe an, Bundeskanzler zu werden. Und wenn Frau Merkel in mein Kabinett eintreten will, kann sie das gerne tun“, sagte der SPD-Kandidat am vergangenen Montag - fast genau zwei Wochen vor der Bundestagswahl.

Die Erkenntnisse der Meinungsforscher und die Stimmung im Lande sprechen freilich eine andere Sprache. Angela Merkel gilt als sichere Siegerin. Und der Wahlkampf plätschert schon lange nur noch vor sich hin - von kleineren Wacklern der Kanzlerin im direkten Kontakt mit den Bürgern einmal abgesehen. 

Kann sich der Wahlausgang also überhaupt noch drehen? Theoretisch: Ja. Denn es gibt einige Fehltritte, die die Deutschen der Kanzlerin so übel nehmen würden, dass sie ihre Wahlentscheidung noch einmal überdenken würden. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Ippen-Digital-Zentralredaktion in Zusammenarbeit mit Google*.

Reizthemen Migration - und AfD

„Was müsste passieren, damit Sie Angela Merkel doch noch Ihre Unterstützung versagen?“, lautete die Frage der Erhebung. Das Ergebnis fällt interessant aus. Denn wenn Merkel etwas gefährlich werden kann - dann wohl entweder ein erneuter Flüchtlingszustrom wie im Jahr 2015. Oder aber ein, wenn auch sehr hypothetischer, plötzlicher Kuschelkurs mit der AfD.

Was müsste passieren, damit Sie Angela Merkel doch noch Ihre Unterstützung versagen?*

Der Zustrom an Flüchtlingen nimmt massiv zu.

12,2%

Angela Merkel öffnet sich für eine Koalition mit der AfD.

11,9%

Angela Merkel zeigt populistische Züge im Stile eines Donald Trump.

6,8%

Die SPD bietet auf einmal ein für mich überzeugendes Konzept.

5,7%

Angela Merkel ist in den Diesel-Skandal verwickelt.

3,3%

Ich befürworte eine Kanzlerin Merkel ohnehin nicht.

16,1%

Nichts von dem Genannten.

53,8%

*Mehrfachnennungen möglich

Beachtliche 12,2 Prozent der Befragten erklärten, rapide ansteigende Zahlen von Asylsuchenden könnte Sie von der Wahl der Kanzlerin abbringen. Nur unwesentlich weniger Teilnehmer, 11,9 Prozent, wählten eine Öffnung der Union für eine Koalition mit AfD als Ausschlusskriterium - Mehrfachnennungen waren in der Umfrage möglich. So oder so scheint der Umgang mit der Migrationsfrage als Schlüsselfaktor bei der Wahlentscheidung der Deutschen.

Wesentlich weniger erregen offenbare andere Themen die Gemüter. 6,8 Prozent der Antwortenden erklärten, populistische Züge à la Donald Trump im Handeln der Kanzlerin könnten sie von einer Unterstützung abbringen. Gerade mal für 3,3 Prozent wäre eine Verwicklung Merkels in den Diesel-Skandal ein Grund für einen Sinneswandel bei der Wahlentscheidung. 

Auch den politischen Gegner hat kaum jemand auf dem Zettel: Ein neues, überzeugendes Konzept der SPD könnte nur 5,7 Prozent der Befragten umstimmen.

Für die meisten Wähler steht die Entscheidung bereits fest

Bezeichnend scheint aber, dass das Gros der Antworten auf andere Optionen entfiel: Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer, 53,8 Prozent, erklärte, keine der genannten Optionen könne noch einen Einfluss auf die Wahlentscheidung haben. 16,1 Prozent zählten sich ohnehin explizit nicht zu den Befürwortern der Kanzlerin - zwischen diesen beiden Gruppen könnte es freilich auch Überschneidungen geben.

Angesichts der eher hypothetischen Szenarien und der großen Mehrheit bliebt aber vor allem ein Fazit: Wenn nichts sehr Unvorhergesehenes passiert, kann Angela Merkel eine weitere Amtszeit einplanen - in der wohl ihr Umfang mit dem Thema Migration einerseits und der AfD andererseits sehr kritisch beäugt werden wird. Und Martin Schulz kann wenig an dieser Aussicht ändern.

Lesen Sie auch die vorangegangenen Umfragen der Ippen-Digital-Zentralredaktion:

fn

*Offenlegung zu Umfragen der Ippen-Digital-Zentralredaktion mit Unterstützung von Google Survey

Vor der Bundestagswahl 2017 führt das bundesweite Redaktionsnetzwerk der Ippen-Digital-Zentralredaktion mehrere Umfragen durch. Das Redaktionsnetzwerk umfasst Merkur.de, hna.de, tz.de, rosenheim24.de, wa.de, kreiszeitung.de sowie rund 40 weitere Portale. Technisch werden die Umfragen von Google unterstützt und mit dem Dienst „Google Survey“ durchgeführt. Die Umfragen sind repräsentativ für die Bevölkerung Deutschlands. Dazu werden die Ergebnisse gewichtet; also entsprechend der tatsächlichen Verteilung von Geschlecht, Alter und Wohnort angeglichen. Die Sicherheitsstandards sind sehr hoch angesetzt: Die Umfrage werden per Zufall als Pop-Up und ohne feste URL auf unterschiedlichen Webseiten im Internet ausgespielt. Zudem wird durch ein sogenanntes Frequency Capping sichergestellt, dass Nutzer eine Umfrage nicht mehrfach zu sehen bekommen.

An der aktuellen Umfragen zu Gründen, Kanzlerin Angela Merkel doch noch die Unterstützung zu versagen haben insgesamt 838 Internet-User aus ganz Deutschland teilgenommen. Antworten, die nicht eindeutig den verschiedenen demografischen Merkmalen der Nutzer zugeordnet worden konnten, wurden nicht in das finale Ergebnis aufgenommen. Ausgewertet wurden schließlich 748 Antworten.

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