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Umfrage: Das ist die Wunsch-Koalition der Deutschen

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Große Koalition oder ein „Jamaika-Bündnis“ - darauf läuft es am Wahlabend wohl hinaus. Leider haben die Deutschen auf diese Optionen keine große Lust, wie eine exklusive Umfrage zeigt.

München/Berlin - Erst sind die Wähler am Zug - dann die Parteispitzen. Lange wird es nicht dauern, bis am Sonntag nach Schließung der Wahllokale in Interviews und auf Wahlpartys erste Sondierungsgespräch angebahnt werden: Sobald die erste Prognose veröffentlicht ist, beginnt erfahrungsgemäß das Ringen um die Machtoptionen.

Der Wähler hat dann nicht mehr viel mitzureden. Dabei gibt es in der Bevölkerung natürlich Präferenzen, was Regierungskoalitionen angeht - und Große Koalitionen erfreuen sich meist keiner übergroßen Beliebtheit. Lesen Sie unter diesem Link, welche Koalitionen überhaupt möglich sind.

Dass die Bundesbürger diesmal mit dem Ergebnis der Koalitionsgespräche zufriedener sein werden, darf bezweifelt werden. Denn zuletzt schienen rechnerisch die Erfolgsaussichten auf eine Neuauflage der „GroKo“ oder ein „Jamaika“-Bündnis am besten - und genau diese beiden Koalitionen liegen in der Gunst der Deutschen nicht besonders weit vorne, wie eine repräsentative Umfrage der Ippen-Digital-Zentralredaktion in Zusammenarbeit mit Google* zeigt.

Schwarz-Gelb ist der Favorit, Rot-Rot-Grün folgt

„Welche Regierungskoalition würden Sie nach der Bundestagswahl am 24. September bevorzugen?“, lautete die Frage, die insgesamt 1013 Internetnutzer in ganz Deutschland vorgelegt bekamen. Das Ergebnis: Die meisten Unterstützer hätte eine schwarz-gelbe Koalition. 13 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wählten sie als ihr bevorzugtes Regierungsbündnis.

Mit einigem Abstand folgen dann zwei Koalitionen mit sehr unterschiedlichen Erfolgsaussichten: 10,9 Prozent der Befragten kürten das eigentlich chancenlose Rot-Rot-Grün zu ihrem Favoriten. Knapp dahinter folgt - etwas überraschend - mit 10,1 Prozent der Stimmen eine Neuauflage der Großen Koalition.

Welche Regierungskoalition würden Sie nach der Bundestagswahl am 24. September bevorzugen?

Schwarz-Gelb (CDU/CSU, FDP)

13,0%

Rot-Rot-Grün (SPD, Linke, Grüne)

10,9%

Große Koalition (CDU/CSU, SPD)

10,1%

Ampel (SPD, FDP, Grüne)

5,5%

Schwarz-Grün (CDU/CSU, Grüne)

5,1%

Jamaika (CDU/CSU, Grüne, FDP)

4,0%

Dazu möchte ich mich nicht äußern.

51,3%

Jamaika ist wahrscheinlich - aber auch für die Wähler keine Wunsch-Konstellation

Alle weiteren Varianten stoßen offenbar auf wesentlich weniger Gegenliebe in der Bevölkerung - die „Jamaika“-Koalition landete mit schmalen 4,0 Prozent sogar auf dem letzten Platz. Kaum besser weg kamen Schwarz-Grün (5,1 Prozent) und eine Ampel-Koalition (5,5 Prozent). 51,3 Prozent der Befragten wollten keine Präferenz angeben.

In einer zweiten Frage stellte unsere Redaktion die Umfrage-Teilnehmer übrigens auch vor die „Stichwahl“: Gäbe es nur die Favoriten „Groko“ und „Jamaika“ zur Auswahl - wir würde dann die Entscheidung ausfallen? Die Antwort: knapp. Mit 21,0 Prozent zu 20,4 Prozent landete die Große Koalition auf einmal nur noch hauchdünn vor Schwarz-Gelb-Grün. 58,5 Prozent der Befragten wollten sich hierzu nicht äußern.

Eine mögliche Deutung: Für viele Anhänger anderer Bündnisse ist die „GroKo“ nicht mal zweite Wahl. Oder andersherum betrachtet: Kaum jemand will wirklich eine „Jamaika“-Koalition - aber als kleineres Übel gegenüber einer Neuauflage von Union und SPD an der Macht scheint sie offenbar so einigen Wählern tragbar.

Männer wollen Schwarz-Gelb - die Jüngeren Rot-Rot-Grün

Ein interessanter Seitenaspekt: Der Umfragegewinner Schwarz-Gelb kommt vor allem bei Männern gut an. Satte 67 Prozent der Schwarz-Gelb-Anhänger in der Umfrage sind männlichen Geschlechts. 

Und auch das gut platzierte Rot-Rot-Grün hat eine klar definierte Zielgruppe: In den Altersgruppen 25 bis 34 Jahre und 35 bis 44 Jahre landete die linkslastige Koalition jeweils deutlich auf Rang eins. Bei allen älteren Teilnehmer-Gruppen reichte es maximal zu Platz drei.

Am Ende aber könnte sich die Koalitionssuche ohnehin von selbst erledigen. Etwa wenn am Wahlabend wirklich nur Schwarz-Rot und „Jamaika“ als Optionen übrig bleiben - und auch, wenn die plötzliche Macht-Perspektive die Koalitions-„Fantasie“ von Grünen und FDP nicht anregt.

Lesen Sie auch die weiteren Umfragen der Ippen-Digital-Zentralredaktion zur Bundestagswahl 2017:

fn

*Offenlegung zu Umfragen der Ippen-Digital-Zentralredaktion mit Unterstützung von Google Survey

Vor der Bundestagswahl 2017 führt das bundesweite Redaktionsnetzwerk der Ippen-Digital-Zentralredaktion mehrere Umfragen durch. Das Redaktionsnetzwerk umfasst Merkur.de, hna.de, tz.de, rosenheim24.de, wa.de, kreiszeitung.de sowie rund 40 weitere Portale. Technisch werden die Umfragen von Google unterstützt und mit dem Dienst „Google Survey“ durchgeführt. Die Umfragen sind repräsentativ für die Bevölkerung Deutschlands. Dazu werden die Ergebnisse gewichtet; also entsprechend der tatsächlichen Verteilung von Geschlecht, Alter und Wohnort angeglichen. Die Sicherheitsstandards sind sehr hoch angesetzt: Die Umfrage werden per Zufall als Pop-Up und ohne feste URL auf unterschiedlichen Webseiten im Internet ausgespielt. Zudem wird durch ein sogenanntes Frequency Capping sichergestellt, dass Nutzer eine Umfrage nicht mehrfach zu sehen bekommen.

An der aktuellen Umfrage haben insgesamt 1013 Internet-User aus ganz Deutschland teilgenommen. Antworten, die nicht eindeutig den verschiedenen demografischen Merkmalen der Nutzer zugeordnet worden konnten, wurden nicht in das finale Ergebnis aufgenommen. Ausgewertet wurden schließlich 844 Antworten.

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