Klares Statement auf Facebook

Cartoon-Star: „Wenn du die AfD wählst, dann wählst du Neonazis“

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Für Ralph Ruthe ist die AfD keine Alternative.

Am Sonntagabend steht fest, wie viel Zuspruch die AfD bei der Bundestagswahl bekommen haben wird. Doch vorher knöpfte sich Cartoonist Ralph Ruthe noch potentielle Wähler der Alternative für Deutschland vor.

Berlin - Am Sonntag hat Deutschland die Wahl - und selten schien die Bundesrepublik schon im Vorfeld einer Bundestagswahl so gespalten und aufgewühlt wie vor dieser. Der Grund dafür: Der Aufstieg der AfD, deren Erfolg am Sonntag darin gipfeln könnte, drittstärkste Kraft in Deutschland zu werden. Diese Vorstellung lässt einige Wähler jubeln, bei so manch anderem entstehen hingegen Sorgenfalten - und einer davon ist Cartoonist Ralph Ruthe, der in einem Facebook-Statement am Freitag klar Stellung bezog.

Doch zuerst wollte er etwas klarstellen: „Natürlich ist nicht jeder AfD-Wähler ein Nazi“, begann er seinen Facebook-Post und betonte, dass er das wirklich nicht denke. Doch sei jeder, der am Sonntag die Alternative für Deutschland wähle, zu 100 Prozent mit offen gelebtem Rassismus einverstanden. „Die AfD ist wie ein bellender Hund, der sein Revier verteidigt“, verglich er die Partei mit der Tierwelt. „Es gibt für ihn kein anderes Thema, außer ‚Hau hier ab‘ und ‚Das ist alles meins!‘. Sein Antrieb ist Angst, seine Strategie ist Bellen und Beißen.“ Doch im Gegensatz zum Menschen könne der Hund nicht verstehen, dass seine Ängste irrational sind. Als Mensch hingegen könne man die Zusammenhänge begreifen.

„Sei ehrlich: Es geht dir nicht darum, dass uns Politiker anlügen. Denn im Lügen ist die AfD ja erwiesenermaßen ganz vorne mit dabei“, schrieb Ruthe weiter. „Ich lüge. Du lügst. Wir alle lügen, jeden Tag. Wieso um alles in der Welt sollte das bei Politikern anders sein?“, fragt der Comic-Zeichner seine Leser. Wenn die Motivation sei, es „denen da oben“ aber mal so richtig zu zeigen, sei seiner Meinung nach die Wahl der AfD nicht die Lösung. Damit zeige der AfD-Anhänger nur eines: „Dass dir Herkunft und Hautfarbe wichtiger sind als Menschlichkeit.“

Ruthe: „Wenn du die AfD wählst, dann wählst du Neonazis“

Natürlich habe er Verständnis dafür, dass man frustriert sei und eine Veränderung in der deutschen Politik wolle.“Und du kannst das ändern, ohne die AfD zu wählen“, betonte Ruthe. „Es gibt so viele neue Parteien, denen man seine Stimme geben kann, so viele Möglichkeiten, nicht immer wieder CDU oder SPD zu wählen. Du musst nicht die AfD wählen, um zu zeigen, dass du eine Veränderung willst.“ 

Und dann wurde Ruthe deutlich: „Wenn du das aber doch tust, wenn du mit Parolen wie ‚Neue Deutsche? Machen wir selber.‘ kein Problem hast, dann bist du ein Rassist. Du bist kein Nazi. Du bist auch kein Neonazi. Allerdings: Wenn du die AfD wählst, dann wählst du Neonazis. Das weißt du, wenn du ganz ehrlich bist, selbst. Und wenn du diese bestimmte Anzahl Quadratkilometer, die wir Deutschland nennen, wirklich liebst, dann hab‘ ich eine Bitte an dich: tu‘ diesem Land das nicht an. Das hat es nicht verdient, nicht noch einmal.“

An der Spitze der AfD stehen bei der Bundestagswahl 2017 Alexander Gauland und Alice Weidel, ihr Wahlprogramm gilt als umstritten. Bei den letzten Umfragen vor dem Wahlsonntag konnte die Partei noch mal zulegen, bei den letzten Erhebungen vom 22. September heimste die Partei 11 Prozent (Forsa und Forschungsgruppe Wahlen) beziehungsweise 13 Prozent (INSA) ein. Wie die Bundestagswahl ausgeht, können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

mes

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