Juden-Zentralrat hat kein Verständnis

Beschlossene Sache: Herxheimer Hitler-Glocke wird wieder läuten

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Bronzeglocke mit Hakenkreuz

Die umstrittene sogenannte Hitler-Glocke im rheinlandpfälzischen Herxheim hat für viel Diskussion gesorgt. Jetzt wurde abgestimmt, dass die Glocke wieder läuten wird.

Herxheim - Es ist beschlossen: Die umstrittene so genannte Hitler-Glocke im rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg soll in der evangelischen Kirche wieder läuten. Der Gemeinderat bekräftigte am Montagabend in geheimer Abstimmung mit neun zu drei Stimmen einen bereits vor zwei Wochen gefassten Beschluss, wonach die Glocke als "Mahnmal gegen Gewalt und zum Anstoß für Versöhnung" hängen bleiben soll. Das teilte der erste Beigeordnete Gero Kühner (SPD) der Nachrichtenagentur AFP mit.

Im Gemeinderat sind außerdem CDU, FDP, Freie Wähler und Parteilose vertreten. Sie stützten sich bei ihrem Beschluss auf ein vorher eingegangenes Experten-Gutachten.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte dem ARD-Magazin "Kontraste" im Januar gesagt, mit einer Glocke, die die Inschrift "Alles fuer's Vaterland, Adolf Hitler" trägt, der NS-Opfer gedenken zu wollen, komme einer "Verhöhnung dieser Menschen gleich". Er habe keinerlei Verständnis dafür, dass die Glocke weiter im Turm hängen bleiben und sogar wieder läuten solle.

Die aus dem Jahr 1934 stammende Glocke hängt zwar in der evangelischen Jakobskirche, gehört aber zur Kommune. Derzeit ist sie noch nicht wieder in Betrieb.

afp

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