Bericht des „Spiegel“

Erschreckend: So viele Straftaten verübten Reichsbürger von 2015 bis Mitte 2017

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Polizisten stehen vor einem Wohnhaus in Pliening (Bayern). In dem Haus hat zuvor ein SEK-Einsatz gegen einen Reichsbürger stattgefunden.

Im Oktober 2016 erschoss ein sogenannter Reichsbürger vor seinem Haus einen Polizisten. Seitdem ist die Gruppierung verstärkt im Fokus der Sicherheitsbehörden. Nun werden erschreckende Zahlen publik.  

Berlin - Reichsbürger haben einem „Spiegel“-Bericht zufolge zwischen 2015 und Mitte 2017 mehr als 10 500 Straftaten verübt. Das berichtete das Magazin unter Berufung auf ein vertrauliches Lagebild des Bundeskriminalamts und des Verfassungsschutzes. Allein in der ersten Jahreshälfte 2017 habe die Polizei 59 Gewaltdelikte sowie 139 Nötigungen und Bedrohungen registriert. Wie viele Straftaten es von Anfang bis Mitte 2017 insgesamt gab, blieb unklar.

Bundesregierung beziffert Zahl der Reichsbürger auf etwa 15.000 

Die sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Sie behaupten stattdessen, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Teile der Szene seien bereit, „ihre Ideologie im Sinne eines Selbstschutzes unter Gewaltanwendung zu verteidigen“, heißt es laut Spiegel in der Lagebeurteilung. Auch Tote würden dabei in Kauf genommen. „Mehrere Vorfälle belegen, dass in der Szene neben querulatorischem Auftreten gegenüber Justiz und Verwaltung auch eine nicht zu unterschätzende Gewaltbereitschaft und Waffenaffinität herrscht“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Ein Mann hält ein Heft mit dem Aufdruck "Deutsches Reich Reisepass" in der Hand.

Das BKA wollte den „Spiegel“-Bericht unter Verweis auf die Vertraulichkeit zunächst nicht kommentieren. Die Bundesregierung hatte die Zahl der Reichsbürger zuletzt auf etwa 15 000 beziffert.

dpa

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