Rechte Parolen auf Groß-Demo

„Hat nichts mit Bauernprotesten zu tun“: Heikle Symbole auf Traktor-Demo - auch Klöckner empört

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Bei den Bauern-Protesten in Nürnberg gab es auch höchst umstrittene Plakate.

Tausende Bauern demonstrierten in Bayern unter anderem gegen Vorwürfe, sie seien für den Klimawandel verantwortlich - und einige wollten den Protest dabei wohl für rechte Parolen missbrauchen.

  • Landwirte in Franken haben dagegen protestiert, Prügelknabe für Umweltverschmutzung und Klimawandel zu sein. 
  • Durch Nürnberg rollten bei der Demonstration 2500 Traktoren - viele von ihnen mit Bannern.
  • Die Symbolik einiger Banner ist allerdings höchst umstritten.

Nürnberg -  Ein Adler und die Parole „Die Wahrheit siegt“. Ein eisernes Kreuz und die Maxime „Klagt nicht, kämpft“  - wie passen solche Banner auf eine Bauern-Demo? In Nürnberg gibt es Ärger um Symbole, die in rechtsextremen Kreisen verwendet werden - und an einzelnen Traktoren beim großen Landwirte-Protest am Freitag befestigt waren. Nicht nur Julia Klöckner (CDU) teilte einen kritischen Tweet zu den Beweis-Fotos, die im Internet kursieren - die Bundeswirtschaftsministerin rief die Demo-Verantwortlichen somit dazu auf, sich von den Plakaten zu distanzieren. 

Nazi-Banner bei Bauern-Protesten - Statement der Polizei steht noch aus

Und das tun sie. Der Veranstalter der Protestaktion, Sebastian Dickow von der Initiative „Land schafft Verbindung“, bestätigte der dpa, dass einzelne Teilnehmer mit Transparenten aufgefallen waren: „Die sind uns aufgefallen und wir haben den Leuten gesagt, sie sollen gefälligst ihre Banner abnehmen. Wir distanzieren uns davon und wir haben denen ganz klar gesagt, dass die Banner hier nichts verloren haben und auch die Polizei hat sich darum gekümmert.“ Das Polizeipräsidium Mittelfranken konnte sich dazu am Samstag zunächst nicht äußern.

„Zwei oder drei“ Traktoren seien mit Bannern dieser Art versehen gewesen. „Es geht nicht um solche Parolen, es geht um Landwirtschaft“, betonte Dickow. „Ähnliches haben wir auch zur AfD gesagt: Das ist keine Wahlkampfveranstaltung für euch - beschränkt euch auf die Landwirtschaft.“ Die Transparente seien nach der Intervention der Veranstalter abgenommen worden.

Bauernverband zu Nazi-Bannern: „Das ist Trittbrett-Fahrerei“

Auch der Deutsche Bauernverband distanzierte sich entschieden von den Plakaten: „Von unserer Seite ist klar: Wir distanzieren uns eindeutig und klar von so rechten Parolen. Damit haben wir nichts zu tun“, sagte ein Sprecher. Und der Generalsekretär des Verbandes, Bernhard Krüsken, fügte hinzu: „Das hat mit Bauernprotesten nichts zu tun. Das ist Trittbrett-Fahrerei.“

Am Freitag waren rund 5000 Bauern mit 2500 Traktoren aus allen Teilen Frankens in Nürnberg zu einem großen Protest gegen die Agrar- und Umweltpolitik in Deutschland zusammengekommen. Schon vergangenes Jahr hatten sich Landwirte auch in München versammelt - der Protest war ein Hilfeschrei. Längst protestieren die Landwirte nun bundesweit gegen die Politik der GroKo unter Bundeskanzlerin Angela Merkel - mehrere tausend Traktoren rollten bereits durch Berlin.

Wenige Tage nach diesem Vorfall steht Julia Klöckner bereits wieder vor Problemen.

In Sachsen-Anhalt hat ein Getränkemarkt Bier mit Nazi-Symbolik vertrieben. Seinen Ursprung hat das Gebräu in Thüringen.

Ein Fußball-Fan (21) aus dem Landkreis Erding ist im Suff total ausgerastet. Nach der Meisterfeier des FC Bayern 2019 pöbelte er rechte Parolen. Seine Strafe dürfte ihn sehr schmerzen.

Mehr zu den Bauern-Protesten im Video:

dpa/frs

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