Afghanistan-Konferenz

Außenminister Lawrow mahnt Frieden in Afghanistan an

Sergej Lawrow
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach bei einer Konferenz in Moskau mit den Taliban.

Bei einen Treffen in Moskau ermahnte der russische Außenminister die Taliban, die Menschenrechte in Afghanistan zu garantieren. Die neuen Machthaber waren mit einer Delegation nach Russland gereist.

Moskau - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat zu Beginn neuer Gespräche über die Lage in Afghanistan mehr Anstrengungen für einen dauerhaften Frieden in dem Land angemahnt. Diese Aufgabe sei nach wie vor dringend, sagte er am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

Zugleich rief er bei dem Treffen in Moskau die Taliban auf, die Grundrechte aller afghanischen Einwohner zu gewährleisten. Wegen fehlender internationaler Anerkennung der Taliban-Regierung und wegen wirtschaftlicher und humanitärer Probleme könne die Lage nicht als stabil bezeichnet werden, sagte Lawrow.

An den Gesprächen nahmen laut russischer Seite Vertreter von zehn Ländern teil. Darunter sind Afghanistans Nachbarstaaten China, der Iran und Pakistan. Die Delegation der militant-islamistischen Taliban umfasste zehn Personen, Vizepremier Abdul Salam Hanafi führte die Gruppe nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Bachtar an.

Der amtierende Außenminister der Taliban Amir Chan Mutaki sagte in Moskau zu Journalisten, man fordere die internationale Gemeinschaft dazu auf, in dieser sensiblen Zeit zur Stabilität Afghanistans beizutragen, humanitäre Hilfe zu leisten und Vermögenswerte des Landes freizugeben. Mit der Machtübernahme der Taliban wurden rund neun Milliarden US-Dollar an Reserven der Zentralbank des Landes, die großteils in den USA geparkt sind, eingefroren.

Die Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen Nato-Truppen weite Teile des Landes erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren seitdem. Ihre Regierung, die ausschließlich aus Männern besteht, sieht sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Es zeichnet sich eine schwere humanitäre Krise ab, die UN sehen die Wirtschaft kurz vor dem Kollaps. Eine Dürre in dem Land und der anstehende Winter mit steigenden Preisen verschärfen die Situation weiter.

Die UN sehen eine starke Fluchtbewegung innerhalb Afghanistans und möglicherweise auch über die Grenzen hinaus, wenn nicht Geld zur Versorgung der Menschen bereitgestellt werde.

Russland sieht zudem mit Sorge, dass sich die Sicherheitslage bei seinen Verbündeten in Zentralasien verschlechtern könnte. Länder wie Tadschikistan grenzen direkt an Afghanistan. Moskau warnt vor Terroristen, die aus Afghanistan in ehemals sowjetisches Gebiet eindringen könnten, sowie vor zunehmendem Drogenschmuggel.

Moskau richtete immer wieder Afghanistan-Konferenzen in verschiedenen Formaten aus. Dabei waren auch in der Vergangenheit Vertreter der Taliban anwesend. Auch andere Länder führen mit ihnen Gespräche, darunter die USA, die ihre Teilnahme diesmal abgesagt haben. In der kommenden Woche will der Iran eine Afghanistan-Konferenz ausrichten. In Russland sind die Taliban als terroristische Organisation verboten. dpa

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