Klatsche für Angela Merkel

Jeder dritte Deutsche will den vorzeitigen Rücktritt der Kanzlerin

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Angela Merkel.

Nicht mal zwei Wochen ist die Bundestagswahl her, da fordern Kritiker schon einen vorzeitigen Abgang der Kanzlerin. Eine Umfrage zeigt nun das Ausmaß der Unzufriedenheit.

Berlin - Mehr als ein Drittel der Deutschen ist dafür, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel keine vollen vier Jahre mehr im Amt bleibt. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten 36 Prozent dafür, dass die CDU-Vorsitzende ihren Platz an der Regierungsspitze vor Ende der Wahlperiode 2021 räumt und an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergibt. 44 Prozent sind für eine volle Amtszeit der Kanzlerin. 20 Prozent machten keine Angaben.

Die Union hatte mit Merkel an der Spitze bei der Bundestagswahl am 24. September starke Verluste erlitten und war nur noch auf 32,9 Prozent der Stimmen gekommen. Trotzdem ist sie stärkste Kraft im neuen Bundestag und wird mit Merkel die Kanzlerin stellen, falls es bei einem Scheitern der Regierungsbildung nicht doch noch eine Neuwahl gibt.

An diesem Samstag redet Merkel auf dem „Deutschlandtag“ der Jungen Union in Dresden, am Sonntag will sie mit CSU-Chef Horst Seehofer und anderen Spitzenpolitikern der Union über die bevorstehenden Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen reden.

Rückhalt der Union-Wähler ist unterdessen groß

Unter den Wählern der Union hat Merkel laut YouGov-Umfrage noch einen recht großen Rückhalt. 81 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass sie bis zur nächsten Wahl 2021 Kanzlerin bleibt. Nur 12 Prozent sind für einen vorzeitigen Abgang. Auch die Grünen-Wähler sind mit 60 Prozent mehrheitlich gegen einen Wechsel an der Regierungsspitze vor Ende der Legislaturperiode, bei den FDP-Anhängern sind es 48 Prozent.

Die Wähler von SPD, Linken und AfD wollen Merkel dagegen früher loswerden. Bei den Anhängern der AfD ist der Wunsch nach einem vorzeitigen Amtswechsel mit 84 Prozent besonders groß. Dahinter folgen SPD (51 Prozent) und Linke (48).

dpa

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