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Galeria Kaufhof nach der Insolvenz: Neues Konzept gegen Experten-Meinung

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Von: Dominik Jahn

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Experten geben für die Zukunft der Warenhäuser eine düstere Prognose ab. Mit seinem neuen Konzept widerspricht Galeria Kaufhof jetzt trotz laufendem Insolvenzverfahren. Drei Typen von Filialen soll es geben.

Nach dem erneuten Pleite-Schock für Galeria Kaufhof gibt es düstere Prognosen für die Zukunft der Warenhäuser. Ein Experte zieht einen knallharten Aldi-Vergleich, wie echo24.de berichtet hat. Er sieht dabei keinen Kunden-Zuwachs mehr. Jetzt hat sich Galeria Kaufhof auf Nachfrage unserer Redaktion zum neuen Konzept geäußert und damit der Experten-These widersprochen.

Seit Oktober 2022 hat die Warenhauskette die ersten rund zehn Galeria-Filialen im Rahmen der neu implementierten Strategie Galeria 2.0 neugestaltet. Nach eigenen Angaben mit Erfolg. Damit erklärte Kaufhof bei unserer ersten Anfrage auch gleich, welche Filialen jetzt noch eine Zukunft haben. Doch wie funktioniert Galerie 2.0?

Galeria Kaufhof widerspricht mit neuem Konzept den Prognosen der Experten

Laut Wirtschaftswissenschaftler Gerrit Heinemann ist das Ende der Warenhäuser absehbar. Galeria Kaufhof wird demnach „vornehmlich in Metropolen beziehungsweise Großstädten mit über 500.000 Einwohnern“ zu finden sein. Städte wie Heilbronn mit knapp 125.000 Einwohnern müssten dann ihre Filialen schließen.

Unternehmen:Galeria Kaufhof
CEO:Miguel Müllenbach
Gründung:1879, Stralsund
Gründer:Leonhard Tietz
Auflösung:2020

Schaut man sich jetzt die Planungen hinter dem Konzept Galeria 2.0 an, dann widerspricht die neue Strategie der Experten-These. Gegenüber echo24.de heißt es dazu laut Kaufhof: „Es zielt darauf ab, noch gezielter auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung einzugehen. Im Kern unterscheidet es drei Typen: Filialen in Metropolen, regionaler Magnet und lokales Forum.“

Galeria Kaufhof setzt auf drei Typen von Filialen - einige werden dennoch schließen

Mit diesen „drei Typen“ könnten den Aussagen zufolge durchaus auch Filialen von Galeria Kaufhof an kleineren Standorten eine Zukunft haben. Hierfür unterscheidet das Unternehmen bei ganz wesentlichen Punkten: „Im Gegensatz zum eher modernen Sortiment der Filialen in den Metropolen vereint das angepasste Sortiment des regionalen Magneten moderne und klassische Segmente. Das lokale Forum bildet dagegen ein Nachbarschaftsformat mit praktisch orientiertem Sortiment in kleineren Filialen.“

Was die Verantwortlichen allerdings auch gleich zu Beginn deutliche gemacht haben, es bleibt für alle Filialen ein Ausschlussverfahren: „Es werde sich von Häusern zu trennen sein, die inzwischen aufgrund dieser neuen Bedingungen nicht mehr profitabel zu betreiben sind“. Da stellt sich zudem die Frage von möglichen Investoren.

So laufen die Planungen mit Investoren bei Galeria Kaufhof

Auch dazu hat sich Galeria Kaufhof auf Nachfrage geäußert. Hierzu heißt es: „Mit allen Interessenten, die sich für Engagements an Galeria-Standorten interessieren, wird es Gespräche geben. Im ersten Schritt wollen wir wissen, wie sich die Interessenten ein Engagement grundsätzlich vorstellen.“ 

Schutzschirmverfahren

Das Schutzschirmverfahren ist laut Definition eine besondere Verfahrensart des deutschen Insolvenzrechts. Es verbindet die vorläufige Eigenverwaltung mit dem Ziel der frühzeitigen Vorlage eines Insolvenzplans, um hierdurch eine Sanierung von Unternehmen zu erleichtern. 

Nach diesen Gesprächen so erklärt das Unternehmen, wird Galeria-Sanierungsxperte Arndt Geiwitz einen sogenannten Datenraum erstellen. Interessenten können dem zufolge – nach Einblick in die Daten – anschließend konkrete Angebote abgeben. Erst dann kann es zu Verhandlungen kommen.

Nach Insolvenzverfahren bei Galeria Kaufhof: Welche Filialen schließen ist noch offen

Genaue Zeiträume für all die Vorhaben gibt es aktuell nicht. Galeria Kaufhof weist darauf hin, dass das alles „nicht kurzfristig passieren“ wird. Welche Häuser geschlossen werden, steht heute noch gar nicht fest. Es werde zeitnah Gespräche mit den Vermietern geben.

Bei diesem Schritt geht es laut Angaben von Galeria Kaufhof neben der Miete auch um Fragen wie Flächennutzung, energetische Sanierungen, Modernisierungs- und Baumaßnahmen und vieles weitere. Ob ein Standort erhalten bleiben kann, wird auch stark von diesen Gesprächen abhängig sein.

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