KSB informiert Stützpunktleiter über Reform des Sportabzeichens / „Trainingsabend anders koordinieren“

„Wir müssen uns jetzt darauf einstellen“

Das Sportabzeichen erfreut sich beim Elzer Nachwuchs großer Beliebtheit. Und daran soll sich auch zukünftig nichts ändern.

Das Sportabzeichen feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Grund genug für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), das beliebte Fitness-Angebot einer grundlegenden Reform zu unterziehen. Erklärtes Ziel ist es, das Leistungsabzeichen attraktiver und damit zukunftsfähiger zu halten. Doch noch herrscht an der „Basis“ große Skepsis. Das war deutlich zu spüren, als der Kreissportbund Hildesheim die Stützpunktleiter zu einer Info-Veranstaltung eingeladen hatte, um die Veränderungen vorzustellen.

Wolfgang Schlüter, Beauftragter für das Deutsche Sportabzeichen, konnte sich bei diesem ersten von zwei Terminen über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Rund 100 Ehrenamtliche aus den Stützpunkten aus Stadt und Landkreis hatten sich in der Lehrstätte eingefunden. In der kommenden Woche ist eine weitere Veranstaltung in Warzen vor gesehen. „Ob diese Reform die erhofften Verbesserungen bringt, müssen wir abwarten. Ich war mit dem Sportabzeichen bislang eigentlich ganz zufrieden“, sagte Wolfgang Schlüter und erhielt die Zustimmung der Zuhörer. „Aber es hilft nichts. Die Veränderungen sind da. Wir müssen uns darauf einstellen und sie vor Ort umsetzen“, schob er gleich hinterher. Der DOSB hat in enger Abstimmung mit Landessportbünden und Spitzenverbänden den Leistungskatalog mit Unterstützung der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft der Technischen Universität München einer grundlegenden Reform unterzogen. Ziel ist es, eine Straffung und klare Systematisierung der Anforderungen zu erreichen. Eine Vielzahl von Anpassungen und Überarbeitungen hat dazu beigetragen, das Profil der Marke Deutsches Sportabzeichen als Leistungsabzeichen zu verwässern.

Drei Leistungsstufen

„Ob wir durch diese Maßnahmen den weiteren Rückgang der Sportler verhindern, wage ich zu bezweifeln, aber wir müssen jetzt einfach abwarten, wie die Auswirkungen sind“, sagte Wolfgang Schlüter. Als er mit den Stützpunktleitern den neuen Prüfungswegweiser durchging, merkte er an: „Die Veränderungen sind überschaubar. Man muss sich damit intensiv auseinandersetzen.“ Die augenfälligsten Neuerungen des reformierten Sportabzeichens sind die Ausrichtung an drei Leistungsstufen und die Reduzierung auf vier Disziplingruppen, orientiert an den motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination.

Hinzu kommt die sogenannte „Dreistufigkeit“ durch die Kategorien Gold, Silber und Bronze. Die Zahl der Übungen hat sich zwar verringert, dennoch gibt es neue Disziplinen wie Seilspringen, Dauer- und Geländelauf, Zonenweitsprung und verschiedene Turnübungen. Hinzu kommen veränderte Distanzen in der Leichtathletik, im Radsport und im Schwimmen, die mit den jeweiligen Fachverbänden abgestimmt wurden. Auf das Goldabzeichen, mit Zahl für die Vielfachwiederholungen, als sichtbaren Ausweis dauerhafter Fitness muss jedoch keiner verzichten. Der Erwerb ist sogar einfacher geworden, denn künftig zählt jede Abzeichenfarbe für das Mehrfach-Konto, also auch Bronze. Wie bisher erhält der Sportler für die fünfte, zehnte oder 50. Wiederholung ein Sportabzeichen mit entsprechender Zahl. Eine gravierende Änderung gibt es im Bereich Schwimmen. Hier muss zukünftig alle fünf Jahre die Schwimmfähigkeit nachgewiesen werden. Dazu muss der erwachsene Sportler zukünftig 15 Minuten im Wasser unterwegs sein. Kinder über zwölf Jahren müssen 200 Meter in maximal zehn Minuten zulegen. In den Bereichen „Ausdauer“ und „Schnelligkeit“ können darüber hinaus auch Punkte gesammelt werden.

Nach knapp zwei Stunden hatte Wolfgang Schlüter seine Ausführung beendet und es erfolgte eine intensive Diskussion, die Vorbehalte gegenüber den Veränderungen konnten natürlich nicht komplett ausgeräumt werden. „Wir müssen einfach sehen, wie es läuft. Entscheidend ist, dass wir die neuen Anforderungen den Sportlern näherbringen, aber ich denke, dass wir das schaffen werden“, so Günter Schulze vom TSV Gronau. Barbara Giersdorf (MTV Elze) sagte zu den Veränderungen: „Wir immer bei Neuerungen muss man sich darauf einstellen. Wir müssen uns bei den Trainingsabenden etwas anders koordinieren. Die Praxis wird zeigen, wie es läuft. Aber ich bin optimistisch, dass alle Sportler in Elze wieder ihr Abzeichen bekommen werden.“

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