SPD-Chef Sigmar Gabriel informiert sich bei Eintracht Hildesheim

Wertschätzung des Ehrenamtes

Eintracht-Vorsitzender Rolf Altmann informiert Sigmar Gabriel (3.v.l.) und seine Begleiter über die Aktivitäten des Vereins und das Engagement der Ehrenamtlichen.

Nicht nur auf Wahlkampf-Tour ist SPD-Chef Sigmar Gabriel schon „viel rumgekommen in Deutschland“. Einen so „ungewöhnlichen Verein“ wie Eintracht Hildesheim hat der bis vor kurzem noch aktive Tennisspieler, der gern Fahrrad fährt und segelt, aber noch nicht gesehen. Besonders angetan war der Politiker, der sich in Begleitung seiner Parteifreunde Bernhard Brinkmann (MdB) und Landtagskandidat Bernd Lynack auf Einladung des Eintracht-Vorsitzenden Rolf Altmann über die vielfältigen, über ein reines Sportangebot hinausgehenden Aktivitäten des Vereins und das Engagement der Ehrenamtlichen informierte, vom „Hampelmann“ - der vereinseigenen Kindertagesstätte. „Das erste, was ich sehe, ist eine Kita“, war Gabriel begeistert.

Sigmar Gabriel forderte nachdrücklich, die Finanzierung der Städte und Gemeinden auf eine bessere Grundlage zu stellen. Die sogenannten Zukunftsverträge seien dauerhaft wenig geeignet, die Kernprobleme der Kommunalfinanzen zu lösen. Sie „helfen nicht“, betonte er: „Der Bund muss in höhere Finanzierungsverantwortung eintreten.“ Nur so hat nach Meinung Sigmar Gabriels „das, was eine Stadt liebenswert macht“, Zukunft - darunter die sportlichen und kulturellen Angebote, bei denen es sich nach den Buchstaben des Gesetzes um freiwillige Leistungen der Kommunen handele. Seinen Ausführungen zufolge könnte eine höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen den Kassen der Städte und Gemeinden vier bis fünf Milliarden Euro bescheren, die damit auch mehr finanzielle Mittel für die Sportförderung zur Verfügung hätten. Nicht anders als Eintracht-Vorsitzender Rolf Altmann wünscht sich Gabriel eine größere Wertschätzung des Ehrenamtes.

Nachdem in den letzten Jahren eine überbordende Bürokratisierung insbesondere in Fragen der Haftung dem Ehrenamt manche Hürde in den Weg gelegt hat, beraten derzeit alle Parteien im Bundestag ein Gesetz, um hier „abzurüsten“. Die Haftung müsse auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt werden Ein weiteres Problem für das Ehrenamt sieht er in der drastisch gesunkenen Bereitschaft, sich langfristig zu binden. Deutliche Zeichen seien die sinkende Bedeutung von Mannschaftssportarten und der Trend zu Individual- und Fun-Sportarten. „Aber“, so hofft Sigmar Gabriel angesichts der Ergebnisse verschiedener Studien, „das Pendel ist dabei, umzuschlagen.“ Und dieser Stimmungswandel könnte eine Renaissance für das Ehrenamt bedeuten.

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