Michael Neumann sucht brutale Strecke für „KiLL BiLL“ bei Wernershöhe aus

Ultralangläufer genießen die Tour im Mondlicht

Neuer Standort, neue Strecke, neuer KiLL BiLL: Organisator Michael Neumann muss ein größeres Modell anschaffen.

KREIS Für Michael Neumann, der schon mehrfach zum KiLL 50 eingeladen hat, war das Wetter für seine Teilnehmer viel zu mild, der Mond zu hell, sowie Nebel und Regen fehlten ihm auch. Denn, hinter dem KiLL 50 verbirgt sich das Motto „Kein idyllischer Landschafts- Lauf“ auf einer Strecke von harten 50 Meilen. Doch genau das Motto ist es, das die Läufer von Jahr zu Jahr reizt, wieder teilzunehmen.

In den Vorjahren starteten die Ultralangläufer von Hildesheim Neuhof aus, dem damaligen Wohnort Neumanns. Mit seinem Umzug nach Wrisbergholzen dient nun die Kulturherberge auf der Wernershöhe als Domizil für den Lauf. „Die Gegebenheiten sind hier optimal für uns“, schwärmte Neumann.

Für die Läufer, die einer eingeschworenen Familie gleichen, galt es sich auf einer neuen Strecke, inklusive kraftraubender Höhenmeter, zu behaupten. Das sich Michael Neumann niemals für eine leichtere Strecke entscheiden würde, war allen „Familienmitgliedern“ im Vorfeld klar.

Als Fazit zog der Initiator nach dem Lauf, den alle Teilnehmer übrigens unfallfrei überstanden haben: „Die neue Strecke wurde von allen ehemaligen Teilnehmern als sehr brutal und deutlich schwerer als die alte beschrieben. Besonders verflucht wurde der letzte Anstieg, der sich über vier Kilometer von Sack bis kurz vor die Kulturherberge auf der Wernershöhe zog.“ Weiter berichtet er: „Die ersten 25 Kilometer, die sich unter anderem über der Tosmarkamm zogen, zehren so an Muskel und Kondition, dass mehrere Läufer bereits am Reservistenheim in Barfelde, das uns zur Verfügung stand, aussteigen wollten. Dass es am Schluss nur drei Erkennungsmarken für KiLL-BiLL gab, lag an der Willensstärker der eingeladenen Sportler.“

Im hellen Mondschein liefen die Teilnehmer, nach dem Start um 17 Uhr, durch die Nacht. Bis auf eine unheimliche Begegnung mit Ziegen bei Diekholzen und einer Wildsau oberhalb von Barfelde, die sich seelenruhig weiter suhlte, gab es nichts Aufregendes was sich im Wald bewegte.

Die Strecke machte einen kleinen Abstecher zur Irmensäule, wo viele der Läufer die Möglichkeit nutzten, sich das Denkmal im Schein ihrer Stirnlampen anzuschauen. Auch das Gipfelbuch auf dem Sonnenberg hat neue Einträge erhalten. Neumann sagt: „Ultralangläufer haben auch den Blick für die Schönheiten der Strecke und nehmen sich oft die Zeit auch zu genießen, statt nur der Zeit nachzujagen.“

Lothar Preißler, mit 68 Jahren der älteste Teilnehmer, erlief eine respektable Zeit von 13:34 Stunden. Die Langsamsten brauchten 15:14 Stunden. Michael Hartmann aus Wehrstedt konnte bis Kilometer 35 an Georg Kunzfeld dranbleiben, dann erhöhte dieser das Tempo nochmal und ging die gefürchtete Rampe der Wettenser Schlei aggressiv an. Hartmann kam mit einer Zeit von 9:20 Stunden ins Ziel. Es konnte nur noch Phillip Westphal (40) aus Hamburg mit Georg Kunzfeld mithalten, der bis Kilometer 70 seinem Vordermann in Sicht- und Hörweite hinterher jagte.

Kunzfeld ließ sich den Sieg nicht nehmen. Er lief auf Bergen und Rampen, die auch erfahrene Läufer durchaus gehen, gnadenlos weiter. Dabei machte er auf den letzten zehn Kilometern ganze 13 Minuten wett und erreichte das Ziel in einer Glanzzeit von nur acht Stunden. Neumann kommentierte: „Sportlich ist das eine Höchstleistung, wenn man die bis dahin zurückgelegte Strecke bedenkt.“ Mit 8:13 Stunden durch lief Phillip Westphal als zweiter das Ziel. Mit einer Zeit von 8:43 Stunden bewältigten die Harzer Michael Wagner und Roman Ritzka als dritte Sieger die „brutale Strecke“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare