Co-Trainerin Anja Korf macht sich für das Team stark

KKS schießt weiter in der Bundesliga

Anja Korf hat sich für die Mannschaft stark gemacht: Als Co-Trainerin wird sie aber sicher mehr hinter ihren Schützen als vor den Scheiben stehen. Foto: Schaare

NORDSTEMMEN Am Wochenende geht es wieder los. Die besten 16 Luftgewehrteams Deutschlands stehen zurzeit Gewehr bei Fuß und warten auf ihren ersten Einsatz in der Bundesligasaison 2015. Aufgeteilt sind die Fünfermannschaften zu Beginn der Wettkämpfe in die Ligen Nord und Süd, in denen jeweils acht Teams gegeneinander schießen, nach dem Motto „jeder gegen jeden“.

Ausrutscher kann man sich nicht erlauben, denn eine Rückrunde gibt es bei den Sportschützen ebenso wenig wie ein Unentschieden. Doch das sind erst die Vorkämpfe im Ranking um die besten Plätze. Danach schrumpft das 16er-Feld rabiat auf die Hälfte zusammen. Die jeweils vier besten Teams aus Nord und Süd kommen weiter und treffen in den Finalwettkämpfen Anfang Februar in Rotenburg/Fulda aufeinander, bei denen es um den Titel des Deutschen Meisters geht.

Dass die Bundesliga-Schützinnen der KKS Nordstemmen auch in der für sie beginnenden achten Saison in Folge vor den Scheiben stehen würden, hing an dem berühmten seidenen Faden. Denn bei Trainer Frank Pohl war zum Ende der zurückliegenden Wettkämpfe einfach die Luft raus, er meldete sich erstmal ab. Und auch der Vereinsvorsitzende Wilfred Lampe mochte nicht mehr. Die beiden Verantwortlichen bedankten sich nach dem letzten Schießen ihres Clubs für viele Jahre engagierten Einsatz mit viel Herzblut und gaben gleichzeitig bekannt, dass der Verein nicht mehr gewillt sei, 2015 in der 1. Bundesliga zu melden. Die Nachricht kam völlig unvorbereitet.

Ein Schock für alle Aktiven, die gerade die unglückliche 2:3-Niederlage im Prestigeduell gegen ihren niedersächsischen Konkurrenten, die SB Freiheit aus Osterode, wegstecken mussten. Frust und Ratlosigkeit machten sich breit. Die Mannschaft war über den 6. Platz nicht gerade begeistert, aber damit befand sie sich weder in der Abstiegszone noch musste sie in Relegationsschießen um den Klassenerhalt kämpfen. Pohl und Lampe dachten vermutlich ganz anders. Ihre Entscheidung schien unumstößlich.

Anja Korf, die als Schützin von Anfang an dabei war und zuletzt Pohl als Co-Trainerin unterstützt hat, stemmte sich dagegen. Sie kämpfte in Gesprächen mit den Sportlern und Vereinsvorstand um den Erhalt der Mannschaft und wusste letztendlich zu überzeugen. Es geht weiter: Die KKS steht somit wieder vor den Scheiben in der im Schießsport härtesten Liga der Welt - der 1. Bundesliga. Mit einigen Abstrichen, steht zu befürchten. Die Personaldecke ist dünner geworden und Frank Pohl hat klargemacht, dass er kürzertreten wird. Schwierige Zeiten für Anja Korf, die sich mit ihrer Entscheidung einiges aufgebürdet hat. Sie vertraut ihrer Mannschaft aber voll und ganz, alle sind erfahrene Kämpfer. Das haben sie oft genug bewiesen.

Die Aufstellung zeigt sich gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert. Dem Deutschen Schützenbund (DSB) wurden gemeldet: Stine Andersen, Henrik Borchers, Christian Dreßel, Katharina Hottenrott, Anja Korf, David Kroll, Leor Ovadia Madlal und Ella Sternberg. ks

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