Sportentwicklungskonzept: Stadt Hildesheim kooperiert mit Universität

Optimale Gestaltung und Nutzung von Sportflächen

Ein Expertenteam arbeitet am Sportentwicklungskonzept (v.l.): Silke Keller, Carina Eichele, Kristina Meyer, Sozialdezernent Dirk Schröder, Prof. Dr. Peter Frei, Jürgen Nowak und Peter Flemming.

HILDESHEIM So wie sich die Gesellschaft wandelt, wandeln sich auch die Sportarten in ihrer Frequenz und Bedeutung. Um den daraus entstehenden Bedürfnissen sporttreibender Bürger gerecht zu werden, entwickelt die Stadt Hildesheim in Zusammenarbeit mit der Stiftungsuniversität ein Sportentwicklungskonzept für den Zeitraum 2014 bis 2020.

Im Audimax der Universität stellte Stadtrat Dirk Schröder, Dezernent für Jugend, Soziales, Schule, Sport und Kultur die Grundlagen des Konzeptes vor. Fest steht, dass die Stadt ab 2014 jährlich 60 000 Euro in das Sportförderprogramm stecken wird. Auftakt dazu war bereits in diesem Jahr die Unterstützung, in gleicher Summe, für einen neuen Kunstrasen auf dem Fußballplatz in Hildesheim-Neuhof.

Laut der städtischen Erhebungen treiben 27 000 Mitglieder, darunter 8700 Jugendliche, in 84 Sportvereinen aktiven Sport. Insgesamt liegen 37 Sporthallen, 41 Sportplätze, elf Hallenbäder, drei Freibäder, elf Badeseen, sowie 69 Tennisplätze mit zehn Hallenplätzen in der Obhut der Stadt. In der neuen, aktuellen Sportentwicklungsplanung soll es darum gehen, synergetische Effekte durch eine optimale Gestaltung und Nutzung von Sportflächen, an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und auszuschöpfen. Im Konzept sollen neben den in Hildesheim wohnhaften, vereinsorganisierten Sportler, auch der Bedarf von nicht Vereinsgebundenen sowie sportlichen Touristen berücksichtigt werden.

Uni-Professor Dr. Peter Frei stellte die Vorgehensweise der wissenschaftlichen Erhebungen vor. Demnach werden etwa 50 Studierende der Sportwissenschaften auf die ortsansässigen Vereine zugehen, Umfragen in der Bevölkerung unternehmen und online-Befragungen durchführen. Frei betonte, dass Entscheidungen über die Umsetzung der Ergebnisse allein beim Auftraggeber und nicht bei der Universität liegen. Die Befragungen sollen in Kürze beginnen und bis Juni ausgewertet sein. Der abschließende Bericht ist bis Ende September des kommenden Jahres geplant.

Sorge über eine eventuelle Benachteiligung des Vereinssports wurde in einer anschließenden Fragerunde deutlich. Denn, eine statistische Erhebung zeigte, dass beispielsweise in Potsdam, 62 Prozent der Sporttreibenden im unorganisierten Sport aktiv sind. Dirk Schröder machte klar, dass die Stadt sich auch auf diesen Bereich konzentrieren wolle, um tatsächlich allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Dezernent sagte: „Wir müssen ein gutes Mittelding zwischen Vereinssport und vereinsungebundenem Sport finden.“ Aus den Reihen der Besucher war zu hören: „Die Jogger und Nordic-Walker im Stadtpark werden bestimmt keinen Solidaritätsbeitrag wie wir Vereine zahlen.“ ckb

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