Gronauer wird im nächsten Jahr als Volunteer den Großwettbewerb in Brasilien begleiten / Es gibt 250 000 Bewerber

Olympia in Rio: Thomas Kauertz ist dabei

„Glückwunsch, Sie sind einer der 50 000 Auserwählten“: Diese Nachricht ist für Thomas Kauertz aus Gronau die Bestätigung, dass er 2016 bei Olympia in Rio dabei ist. Foto: Kuhlemann

gronau / rio Thomas Kauertz aus Gronau freut sich riesig über sein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Der 49-jährige Kampfsportler und Marathonläufer gehört zu den „Auserwählten“, die im nächsten Jahr als Volunteer bei den Olympischen Spielen im brasilianischen Rio de Janeiro als „freiwilliger Helfer“ dabei sein werden. Was ihm als Sportler versagt geblieben ist, weil Karate nicht olympisch ist, gelingt ihm als Assistent – nach Athen 2004 – schon zum zweiten Mal.

Dabei ist die Olympia-Teilnahme in der Zeit vom 5. bis zum 21. August 2016 keine Selbstverständlichkeit, denn der Gronauer musste ein Auswahlverfahren überstehen, das bereits vor anderthalb Jahren begonnen hat. Und: Der Gronauer war nicht der Einzige, der auf die Idee gekommen ist, als Volunteer bei den Olympischen Spielen in Brasilien mitzumachen – 250 000 Bewerbungen sind nach Wissen von Kauertz daran interessiert gewesen. Dabei werden höchstens knapp 60 000 Freiwillige benötigt, um einen reibungslosen Ablauf der Olympischen Spiele zu gewährleisten. „Im August 2014 habe ich einen 14 Seiten umfassenden Bewerbungsbogen ausgefüllt. Mir war klar, dass ich völlig durchgecheckt werde, so wollten die nicht nur von mir, sondern auch von meinen Eltern eine Kopie des Reisepasses haben – ich denke aus Sicherheitsgründen“, so dr Leinestädter, der einige Tests bestehen musste. Das Ganze geschah online. Unter anderem musste der Gronauer in einem Sprachtest beweisen, wie gut seine Englischkenntnisse sind. Bei einem „dynamischen Test“ musste der 49-Jährige deutlich machen, dass ihm bewusst ist, dass er nicht als Tourist in Brasilien sein wird, sondern dass er jede Menge Pflichten hat. „Die wollten wissen, was ich machen würde, wenn ich einen Star zum Wettkampf in die Arena führen würde, ob ich ihn etwa nach einem Autogramm fragen würde“, nennt Kauertz eines der vielen Beispiele des Tests.

Im dritten Teil musste sich der Diplom-Ingenieur, der in Hildesheim als Dekan an der Fakultät Bauen und Erhalten der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) für den Bereich Architektur beschäftigt ist, in einem Bewerbungsgespräch beweisen. Beim Online-Interview war Kauertz in einem virtuellen Raum mit Bewerbern aus 15 anderen Ländern vernetzt, die Sprache war englisch. Fragen, die die Einzelnen beantworten sollten, waren etwa, wer für die der größte Sportler sei. „Ich habe gesagt, dass jeder Olympia-Teilnehmer, egal ob er die Nummer 1 in seiner Sportart ist, oder die Nummer 20, Respekt verdient“, so Kauertz. Darüber hinaus habe die gesamte Gruppe einen einprägsamen Song zum Thema „Rio 2016“ entwerfen müssen. „Die wollten sehen, wer das Sprachrohr der Gruppe ist und damit Verantwortung übernehmen kann“, so der 49-Jährige, der schmunzelnd zugab, dass er es war, der in der Situation den Hut aufhatte. Das hat sich sicher ausgezahlt, wie die Bestätigung am 7. Dezember bewiesen hat: In einer Mail hat Kauertz morgens um 6 Uhr erfahren, dass er zu den 50 000 Auserwählten gehört, die als Volunteer dabei sind. „Ich habe Glück gehabt, denn normalerweise passiert so etwas nur once in a lifetime“, betont Kauertz, der sofort für den entsprechenden Zeitraum Urlaub bei seinem Arbeitgeber eingereicht habe. Und: Kauertz hat Kontakte, die ihm weiterhelfen. Die Mutter einer Studentin der HAWK wird genau in dem Zeitraum von den Olympischen Spielen verreist sein und dem Gronauer ihre Wohnung zur Verfügung stellen. Was er konkret in Rio tun muss, weiß er noch nicht und wird es wohl auch erst im Frühjahr erfahren, da noch eine Menge organisiert werden müsse. „Das wird spannend. Ich hoffe, dass ich auf dem Hauptolympiagelände 35 Kilometer außerhalb von Rio eingesetzt werde, und dann in den Bereichen, für die ich mich beworben habe – entweder Sportler zum Wettkampf zu führen, oder in eine Info-Box oder für die Pressearbeit. Letzteres hätte jedoch den Nachteil, dass ich von den sportlichen Wettkämpfen zu wenig mitbekomme, so wie es in Athen der Fall gewesen ist“, so der Volunteer. rk

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