Schützen werfen Favoriten Coburg aus dem Rennen / München wird Meister

Nordstemmer jubeln: Platz vier im Team-Finale

David Kroll ermöglicht mit einem Stechschuss gegen Nikola Mazurova (SG Coburg) seinem KKS-Team den Einzug ins Halbfinale.

NORDSTEMMEN Beim Finale der besten acht Luftgewehrmannschaften Deutschlands in Rotenburg an der Fulda trafen die besten vier Bundesliga-Teams der Ligen Nord und Süd aufeinander. Die Sportler des KKS verkauften sich gut, stürzten die favorisierte SG Coburg und wurden am Ende Vierter – nach Bronze im Jahr 2011 ein weiterer Erfolg.

Als Vierter der Liga Nord trafe die Nordstemmer im ersten Vergleich, dem Viertelfinale, auf den Tabellenersten der Liga Süd – die favorisierte Schützengesellschaft Coburg. Die dachte, sie könnte ohne ihren Spitzenmann, den Olympiasieger Niccolo Campriani, der beim „Warm up“ 30 Probeschüsse abgegeben und dabei nicht ein einziges Mal die Zehn verfehlt hatte, antreten. An seiner Stelle wurde die 18-jährige Tschechin Nikola Mazurova nominiert. Für die KKS Nordstemmen besetzte Teamchef Frank Pohl die Startpositionen eins bis vier mit seinen Stammschützen David Kroll, Stine Andersen, Henrik Borchers und Anja Korf. Auf Platz fünf hatte sich der Trainer für Christian Dreßel entschieden. Der startete mit 99 und 100 Ringen furios, verlor dann aber gegen Kristina Hagen mit 387:389. Auf Startplatz vier hatte inzwischen Anja Korf gegen Andreas Geuther für die KKS gepunktet (390:388) und der vor ihr schießende Henrik Borchers bezwang mit seinem besten Saisonergebnis (395) Lorenz Gluth (392). Stine Andersen auf Position zwei dagegen musste sich der Coburgerin Nina-Laura Kreutzer beugen (393:396).

Somit stand es 2:2 unentschieden, und beiden Mannschaften fehlte jetzt der entscheidende dritte Punkt zum Sieg. Die junge Tschechin trat gegen Nordstemmens Nummer eins, David Kroll, an. Nach 40 Wettkampfschüssen standen für ihn 392 Zähler auf den Anzeigetafeln, aber auch Nikola Mazurova erzielte das gleiche Ergebnis, so dass das „Shoot off“ die Entscheidung bringen musste. Die junge Tschechin zog ein wenig überhastet ab und setzte ihren Schuss in den Neunerring. David Kroll registrierte es im Augenwinkel, zielte ruhig und sorgfältig weiter und beendete mit einer Zehn das Match gegen die SG Coburg mit 3:2 Punkten. Das war für die KKS Nordstemmen nicht nur ein Sieg gegen einen haushohen und wohl auch leicht überheblichen Favoriten, sondern öffnete den Niedersachsen auch das Tor zum Halbfinale.

Gegner war die SSVG Brigachtal, die zuvor den St. Hubertus Elsen aus dem Rennen geworfen hatte. Die KKS leistete den Brigachtalern heftigsten Widerstand. Ständig stand das Match auf des Messers Schneide. David Kroll punktete gegen den Ungarn Peter Sidi mit 390:389. Stine Andersen verteidigte bis zum Schluss einen winzigen Zähler Vorsprung und musste sich letztendlich doch mit 393:392 geschlagen geben. Mit einer 100er-Serie zum Schluss hatte ihre Gegnerin Nathalie Bischof die dänische Nationalkaderschützin um einen Ring überholt. Ähnlich übel erging es Henrik Borchers. Er hatte mit 394 (die letzte Serie 100) noch einmal ein Topergebnis abgeliefert. Aber auch das reichte nicht aus zum Punktgewinn. Armin Rothmund von der SSVG Brigachtal hatte mit 395 ebenfalls einen Zähler mehr vorzuweisen. Auf Startplatz vier musste Anja Korf mit 391: 394 die Segel streichen und der noch einmal eingesetzte Christian Dreßel unterlag Claus Hildebrand mit 380:388 auf Position fünf. Die KKS Nordstemmen verlor gegen die SSVG Brigachtal 4:1 und musste damit die Chancen auf Silber oder gar Gold begraben.

Trotzdem war für die Nordstemmer immer noch ein Podestplatz drin. Alles hing jetzt davon ab, ob die KKS den Ligameister Nord, die SSG Kevelaer, würde bezwingen können. Doch die Kevelaer ließen nichts anbrennen und überrannten die Niedersachsen mit 5:0 Punkten. Den Meistertitel sicherte sich die Königlich Privilegierte Hauptschützengesellschaft München. ks

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