Finalkämpfe der Bundesliga Luftgewehr am Wochenende in Rotenburg

KKS Nordstemmen trifft auf einen Olympiasieger

Kann Nordstemmens Trainer Frank Pohl (l.) auch am Wochenende jubeln? Unabhängig von dem Ergebnis ist sicher, dass der KKS auch kommende Saison wieder erstklassig schießen wird.

NORDSTEMMEN Das wird ein ganz besonderes Wochenende für die KKS Nordstemmen, die ununterbrochen seit sechs Jahren in der Bundesliga Luftgewehr zuhause ist und zum vierten Mal ihre Einladung zu den Finalwettkämpfen um den Deutschen Meistertitel in den Händen hält. Das hätte zu Beginn der laufenden Saison niemand so recht glauben können, denn die Niedersachsen fanden sich nach zwei Niederlagen gegen St. Hubertus Elsen und den Post SV Düsseldorf gleich am Tabellenende wieder.

Da ist es recht schwierig, Boden wieder gutzumachen, denn die Vorkämpfe enden bereits nach sieben Begegnungen - und nur die ersten Vier kommen weiter. Es spricht für den Kampfgeist (und das Glück) der Mannschaft, dass ihr dies gelungen ist. Teamchef Frank Pohl hatte in nie gekanntem Ausmaß Personalprobleme, die er lösen musste. Seine Nummer Eins, Ella Sternberg, hatte sich abgemeldet. Und die Dame, die für die Deutsch-Israelin einspringen sollte, kurzfristig ebenfalls. Große Probleme gab es auch mit der fünften Startposition, auf der ständig wechselnde Schützen im Einsatz waren. Seine Mannschaft, muss man anerkennen, ist an diesen Aufgaben gewachsen, denn nur noch ein einziges Match ging in den darauffolgenden fünf oft hochdramatischen Begegnungen verloren. Damit hatten die Nordstemmer ihr selbstgestecktes Ziel erreicht - einen Tabellenplatz in der Bundesliga Nord Luftgewehr, mit dem sie die Fahrkarte zur Teilnahme an den Finalwettkämpfen lösen konnten. Weniger erfolgreich dagegen war die Schützengilde Mengshausen, die als Ausrichter dieser Endausscheidungen nicht dabei sein wird und das Geschehen nur von der Außenlinie her beobachten darf. Da entwickelt man schon ein wenig Mitgefühl, wenn die Gastgeber obendrein auch den Klassenerhalt knapp verpasst haben und erneut Anlauf auf Deutschlands höchste Klasse im Sportschießen nehmen müssen.

Die Nordstemmer, Tabellenvierter der Liga Nord, haben da im Moment allerdings Sorgen ganz anderer Art. Sie eröffnen nach dem Reglement das Viertelfinale am Sonnabendmorgen um neun Uhr gegen den Erstplatzierten der Liga Süd. Das ist die SG Coburg, die sich in den Vorrunden nur einmal gegen den Bund München geschlagen geben musste und an deren Spitze Niccolo Campriani steht - der Silbermedaillengewinner von London mit dem Luftgewehr (599 + 102,5 Finale) und Olympiasieger, im KK-Dreistellungskampf der Männer (1180 + 98,5). Sicherlich der direkte Gegner von David Kroll. Den Thüringer wird es nicht erschrecken. Im Gegenteil. Wie man Nordstemmens aktuelle Nummer eins kennt, wird er begeistert sein, einen Olympiasieger zum Gegner zu haben. Auf Position zwei für die Niedersachsen steht mit Stine Andersen ebenfalls eine Olympionikin vor den Scheiben, gefolgt von Henrik Borchers und Anja Korf auf den Plätzen drei und vier.

Ob Trainer Pohl, der immer für Überraschungen gut ist, die Mannschaft auch so aufstellt, bleibt abzuwarten. Ebenso wie es sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zieht: Wer schießt auf Position fünf? Auch dieses Rätsel ist nach etlichen Versuchen immer noch nicht gelöst. ks

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