Martin Kind zieht Jahresbilanz – und will den Abwärtstrend stoppen

22 Millionen Euro in die Infrastruktur

Gefragter Mann: Der neue Trainer Tayfun Korkut stellt sich den Fragen der Journalisten. - Fotos: Kuhlemann

HANNOVER Martin Kind, Präsident von Hannover 96, zeigte sich beim traditionellen Medienlunch vor dem Rückrundenauftakt als Mann der deutlichen Worte. „Fußball ist so ein schnelllebiges Geschäft. Es ist zum Kotzen“, sagte er mit Blick auf die Umstellung der Entlassung von Trainer Mirko Slomka: „Man weiß nicht, soll man ihm das Weihnachtsfest vermiesen oder nicht.“ Da habe er viel gesagt, aber mit Sicherheit nicht alles so gemeint“: „Ich muss auch noch dazulernen, damit ich für die Medien nicht immer nur der Bösewicht bin.“

Nach der Erfolgsstory der vergangenen Jahre sieht er in dieser Saison eine „leichte Rückwärtsbewegung in einem fortlaufenden Vorwärtsprozess“: „Wir sind mit dem höchsten Haushalt der Bundesligageschichte gestartet und hatten als Zielvorgabe Platz 6.“ Diese Vorstellung liege fernab der Realität. Jetzt sei es wichtig, frühstmöglich den Klassenerhalt zu schaffen. Dafür wurde mit Tayfun Korkut (39) ein junger Trainer geholt, eine „mutige Entscheidung mit Perspektive“. Er habe am 30. Dezember in einem ersten Gespräch vollends überzeugt: „Er genießt unser volles Vertauen, auch wenn er mal drei Spiele in Folge verlieren sollte. „ Der Bösewicht ist Kind nicht nur für die Medien, sondern traditionell auch für die Fans. „Beim Braunschweig-Spiel ist unser Vertrauen massiv missbraucht worden. Gewalt und Pyro gehören nicht ins Stadion“, foderte Kind harte Strafen für Spielverderber, die durch die Video-Überwachung genaustens erkannt werden können: „Die Personenkennung funktioniert auch bei Vermummung.“ Wenn man dem Präsidenten genau zuhört, scheint man zu ahnen, dass 96 ein Gewaltproblem hat. „Die Vorbereitungen für das Braunschweig-Rückspiel laufen bereits. Mir fehlen aber die Visionen, wie die Probleme in den Griff zu bekommen sind“, sagte er mit bedrückter Mine, und abschließend zu diesem Thema: „Das Spiel darf nicht als Plattform für nicht-fußballerische Aktivitäten missbraucht werden.“ Apropos Visionen. Kind fühlt sich bestätigt, das Hannover 96 auf zwei Säulen stehen müsse: „Es gibt das Unternehmen Profifußball, und es gibt den Breitensport. Beide haben völlig unterschiedliche Philosophien.“ Und in beide Bereiche werde in naher Zukunft investiert. Der Präsident erläuterte, dass für den Breitensport ein Zentrum an der Stammestraße (unweit der HDI-Arena) gebaut werde, das mehr als sieben Millionen Euro kostet, das Unternehmen erhält ein Nachwuchszentrum an der Clausewitzstraße. Die Kosten betragen 15 Millionen Euro. „Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, auch wenn wir sportlich in der Hinrunde eine leichte Talfahrt erlebt haben“, bilanzierte der Unternehmer aus Großburgwedel.

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