Elzer Behindertensportler schwimmt der Konkurrenz davon

Michael Kölle gewinnt in Berlin zweimal Gold

Freut sich über den Erfolg in Berlin: Michael Kölle gewinnt bei den Berlin-Brandenburger Meisterschaften zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Foto: Kuhlemann

ELZE / BERLIN Die Reise von Elze nach Berlin hat sich für Michael Kölle gelohnt: Der 25-jährige Ausnahmeschwimmer, der für den BSV Alfeld startet, hat bei seinem ersten Auftritt bei den Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften fünf Medaillen gewonnen, davon zweimal Gold.

Der Erfolg beim Wettbewerb des Behindertensportverbands Berlin und des Paralympischen Sport-Clubs Berlin in der Schwimmhalle im Sportforum Hohenschönhausen war für den Saalestädter überraschend, denn zuletzt wollte er etwas kürzertreten. Vor allem bei internationalen Wettbewerben wollte Kölle nicht mehr mitmischen. Dementsprechend wurde das Training ein wenig runtergefahren. Kölle trainiert „nur noch“ einmal pro Woche beim BSV, geht aber außerdem noch zum Fitnesstraining.

Bei regionalen Wettkämpfen wie etwa Landesmeisterschaften hingegen will der Elzer Sportler weiter starten. In Berlin war Kölle zwar schon oft gestartet, dann jedoch immer bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften. Auch im Hotel „Kolumbus“, in dem er am Wochenende wieder übernachtet hat, ist der 25-Jährige kein Unbekannter.

Neue Bestzeiten

In Hohenschönhausen traten 89 Schwimmer aus allen deutschen Landesverbänden zu 428 Starts an. Der Behindertensportler Michael Kölle war in der Schadensklasse S 14 fünfmal dabei – und gewann fünf Medaillen. Über 200 Meter Rücken stellte er mit 3:04,70 Minuten eine neue persönliche Bestzeit auf. Über 400 Meter Freistil setzte sich der Saalestädter in 5:56,58 Minuten durch.

Silber gab es für Kölle über die 50 Meter Schmetterling. Mit der persönlichen Bestzeit von 37,79 Sekunden musste er sich nur Ricardo Richter von den Wasserfreunden Spandau geschlagen geben, der 36:14 Sekunden schwamm. Bronze holte Kölle über 100 Meter Rücken, die er in 1:28,17 Minuten bewältigte. Der Sieger Andre Lehmann (SC Potsdam) hat bereits nach 1:11,31 Minuten angeschlagen.

Ebenfalls Dritter wurde der Elzer über 200 Meter Freistil, für die er 2:43,86 Minuten benötigte. Hier war der siegreiche Andre Lehmann mit seinen 2:12,70 Minuten deutlich besser.

Ungeliebte Bahn

„Eigentlich mag ich die 50-Meter-Bahn nicht so sehr, denn auf der Kurzbahn bin ich schneller, da kommt meine Wende besser zur Geltung und ich kann oftmals Zeit gutmachen. Dennoch bin ich mit der Bilanz beim Wettbewerb in Berlin zufrieden“, freute sich Michael Kölle über die Medaillen. Begleitet wurde er in der Bundeshauptstadt von seinen Vereinskameraden vom BSV Alfeld, den Wettkampfschwimmern Hannelore Kückemück und Björn Figger sowie Betreuer Udo Kückemück.

Bis zum nächsten Auftritt beim Niedersächsischen Landesschwimmfest am Sonntag, 11. Oktober, in Braunschweig, wo auf der Kurzbahn geschwommen wird, ist es noch lange hin. Zeit für Kölle, das eine oder andere Mal das neue Elzer Freibad zu besuchen. Dann aber nicht, um meist ungeliebte Trainings-Bahnen zu ziehen, sondern um einfach mal Spaß zu haben – zum Beispiel auf der neuen, bunten Familienrutsche. „Ich war noch nicht im neuen Bad, habe aber schon eine Dauerkarte“, freut sich Michael Kölle. rk

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