Thema „Gewalt im Fußball“ sorgt beim Neujahrsempfang des NFV-Kreises Hildesheim für Gesprächsstoff

Klare Absage an alle Fußball-Chaoten

Gern gesehene Gäste: August-Wilhelm Winsmann, Vorsitzender des NFV-Bezirks, und KSB-Vorsitzender Frank Wodsack (l.).

Detlef Winter freute sich wieder über ein „volles Haus“: Über 100 Vereinsvertreter, Mitarbeiter des NFV-Vorstandes, Sponsoren und Gäste hatten sich am Sonntag in der Renataschule eingefunden. In seiner Rede ging der Vorsitzende hauptsächlich auf die Geschehnisse in den Stadien ein, „die absolut nichts mit Fußball zu tun haben. Das ist uns allen ein Dorn im Auge, der dem Ansehen des Fußballs schadet“. Dass diese Vorfälle jetzt auch für eine politische Diskussion sorgen, sieht Winter eher als negativ an: „Wir müssen Herr in unserem Haus bleiben. Der Fußball ist in der Lage, seine Probleme zu lösen.“

Vorschläge wie Ganzkörperkontrollen, Abschaffung von Stehplätzen und personalisierte Tickets würden den Sport in Ecke drängen, in die er nicht gehöre. Eine Diskussion sei richtig und wünschenswert, diese müsse aber mit dem richtigen Augenmaß erfolgen. „Es gibt kein Patentrezept, mit dem sich diese Probleme von heute auf morgen lösen lassen.“ Für Detlef Winter gibt es ein klares Ziel: „Wir müssen zurückkehren zum gewaltlosen Fußball-Vergnügen.“ Der erforderliche Dialog müsse mit allen Beteiligten geführt werden und da schloss der Kreisvorsitzende die Fans ausdrücklich mit ein.

Dem schloss sich August-Wilhelm Winsmann, Vorsitzender des NFV-Bezirks, an, der sich bereits seit 2006 intensiv mit dem Thema Gewalt auseinandersetzt. „Wir müssen alle mit einer Sprache sprechen und ich bin zuversichtlich, dass die Verantwortlichen die richtigen Schritte eingeleitet haben, die auch greifen werden.“ Winsmann nutzte die Gelegenheit, um auch positiv über den Fußball zu berichten. Ein Jugendlicher aus dem NFV-Kreis Hildesheim spielt trotz einer körperlichen Behinderung Fußball und sein Team schaffte den Aufstieg in den Bezirk. Aufgrund seines Alters war er allerdings nicht mehr spielberichtigt und eine entsprechende Änderung der Ausschreibung hätte knapp ein halbes Jahr benötigt. Auf dem „kurzen Dienstweg“ wurden alle gegnerischen Vereine angeschrieben und innerhalb von drei Tagen hatten alle „grünes Licht“ für eine entsprechende Ausnahmeregelung gegeben. „Das ist ein sehr schönes Beispiel für unsere funktionierende Fußball-Familie.“

Positive Nachrichten hatte auch Frank Wodsack, Vorsitzender der KSB Hildesheim: „Es ist deutliches Signal an die Vereine und Ehrenamtlichen, dass der Niedersächsische Landtag die Bedeutung des Sportes jetzt mit einem eigenen Sportfördergesetz würdigt. Diese finanziellen Mittel werden erhöht und auf insgesamt 31,5 Millionen Euro festgeschrieben. Darüber hinaus erhält der Sport 25 Prozent der Mehreinnahmen aus den Glückspieleinnahmen, die dem Land zukünftig zufließen werden.“ Wodsack bezeichnete dies als einen „Meilenstein für den Sport“.

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