Hannover 96 verkauft sich in Hamburg teuer / HSV vor der Relegation

„Das war eine gute Leistung”

Hannover 96 bedankt sich nach dem Abpfiff in Hamburg bei den Fans
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Mit 57 000 Fans ist das Volksparkstadion ausverkauft:  Die 96er bedanken sich nach Abpfiff bei den Anhängern für die Unterstützung.

Hannover – In einem atemberaubenden, packenden und überragenden Nordduell verlor Hannover 96 mit 1:2 (1:2) beim Hamburger SV. Am Samstag rückten die HSVer dadurch zumindest über Nacht auf den zweiten Platz vor. Die 96er lassen den Nordrivalen wieder konkret vom Aufstieg in die Bundesliga träumen.

Was für Offensiv-Fußball in der ersten Halbzeit! Die Fans im ausverkauften Stadion sehen ein sehr munteres Match, das auf beiden Seiten nach vorn orientiert ist. Zuerst zwei Mal bei den 96ern: Weydandt trifft aus sechs Metern nur die Lattenunterkante, der Ball springt wieder raus. Und nach zwölf Minuten hat „Henne“ Weydandt die nächste Möglichkeit: Allein steuert er auf HSV-Schlussmann Heuer-Fernandez zu, doch der kann mit einer Fußabwehr klären. Wer solche Chancen auslässt, muss sich nicht wundern, wenn er im Gegenzug bestraft wird. Den Abschlag von Torwart Heuer-Fernandez flankt Bakery Jatta in den Strafraum der 96er, wo Robert Glatzel die Kugel aus drei Metern über die Torlinie drückt (12.). Und die Hamburger machen weiter Druck, sind spielbestimmend – und auch das zweite Mal erfolgreich. Das 2:0 ist fast eine Kopie vom Führungstreffer. Flanke Jatta von rechts, Glatzel bringt den Ball mit der Brust ins 96-Tor – das 21. Saisontor des HSV-Angreifers. Doch nur 110 Sekunden später darf auch Hannover jubeln. Mit seinem starken linken Fuß schlenzt Sebastian Kerk den Ball von halbrechts ins lange hohe Toreck. Eine Sahneschnitte! Und die erfrischende Offensiv-Partie geht weiter. Die Hamburger weiter im Vorwärtsgang, aber die „Roten“ halten dagegen. Allerdings: Nach der Pause kommen die Roten nicht mehr zu nennenswerten Chancen, der HSV setzt alles daran, das 2:1 noch auszubauen. Nach 66 Minuten kann Torwart Zieler vor dem heranstürmenden Jatta retten. Zehn Minuten später missglückt den Hannoveranern ein Rückspiel auf Zieler, doch Hamburgs Kaufmann setzt den Ball übers Tor, kann kein Kapital daraus schlagen. 120 Sekunden vor Schluss verpasst Alidou das 3:1, von der Dabrowski-Elf ist offensiv nun nichts mehr zu sehen. Am Ende liegen sich HSV-Fans in den Armen, sie dürfen tatsächlich noch auf die Rückkehr in die 1. Liga hoffen. 96 indes hat sich mit Anstand aus der Affäre gezogen, dem Aufstiegsaspiranten über 90 Minuten Paroli geboten. „Sehr ärgerlich“ fand 96-Stürmer Hendrik Weydandt die Niederlage in Hamburg. „Das war eine gute Leistung. Man hat gesehen, zu was unsere Mannschaft fähig ist. Allerdings war unsere Saison unterdurchschnittlich, aber man muss auch mal aus den guten Spielen lernen.“ Zum Saisonfinale ist am Sonntag der FC Ingolstadt 04 zu Gast in  Hannover. Die Vorbereitung beginnt am Dienstag um 15 Uhr mit einem öffentlichen Training.   haz/gsd          

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