Zukunftsperspektive

Neue Strukturen für die Eintracht-Handballer

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Pressekonferenz bei Eintracht Hildesheim (v.l.): Noch-Trainer und -Manager Gerald Oberbeck, Pressesprecher Steffen Kumme, Unterstützer Delf Neumann und Carsten Paulick, Gesellschafter der Eintracht Handball GmbH.

HILDESHEIM - Die Medienvertreter staunten nicht schlecht, denn eigentlich waren sie davon ausgegangen, dass die Verantwortlichen des Handball-Drittligisten bei der für Donnerstagnachmittag angesetzten Pressekonferenz einen neuen Trainer für die kommende Saison präsentieren, doch es kam ganz anders.

Das Thema war mindestens genau so wichtig, denn es ging um die Zukunftsperspektiven für den Profi-Handball, wie Pressesprecher Steffen Kumme bei der Begrüßung betonte. Demnach wird der Profi-Handball ab Sommer 2020 strukturell komplett neu aufgestellt. Die Federführung wird dabei der Hildesheimer Unternehmer und langjährige Eintracht-Unterstützer Delf Neumann übernehmen, der die Angelegenheit bereits mit Eintracht-Manager und Noch-Trainer Gerald Oberbeck abgesprochen habe. Wie sich bei der Konferenz herausstellte, muss Geschäftsführer Gerald Oberbeck zur Erlangung der Lizenz der Handball-Bundesliga bis Ende des Monats den Nachweis über angemessene wirtschaftliche Verhältnisse erbringen. Nach Auskunft von Oberbeck habe es ernsthafte Überlegungen gegeben, den mit hohen Kosten verbundenen Antrag nicht zu stellen, schließlich müsse man im Falle eines Aufstiegs deutlich bessere finanzielle Voraussetzungen erfüllen, um in der 2. Bundesliga zu bestehen. Dann folgte die gute Nachricht für alle Fans der Handball-Region: Oberbeck und Neumann haben sich auf eine weitreichende Zukunftslösung verständigt: Im ersten Schritt werde der Geschäftsmann die Finanzlücke der Handball GmbH überbrücken – damit wären die Lizenzerteilung und der mögliche Aufstieg in die 2. Liga auf sichere Beine gestellt. Und es geht weiter: Neumann hat signalisiert, den Hildesheimer Profihandball in der kommenden Saison dauerhaft auf ein breiteres finanzielles Fundament zu stellen, allerdings nicht als „One-Man-Show“, sondern etwa durch die Gewinnung von ehemaligen und neuen Sponsoren. Oberbeck kündigte an, nach dem Ablegen des Traineramtes nach dieser Saison dann 2020 auch als Geschäftsführer bei der Eintracht auszusteigen, dem Verein aber in der Jugendarbeit erhalten zu bleiben. Der Nachwuchs müsse so ausgebildet werden, dass er „oben ankomme“, so der 62-jährige Eintracht-Routinier. „Klar fällt es mir nach 40 Jahren nicht leicht, aufzuhören – aber ich bin ja nicht weg“, sagte Oberbeck zu seiner Entscheidung. Der „Mr. Handball Hildesheim“ hält den „Aufbruch in einer neuen GmbH mit neuen handelnden Personen“ für den richtigen Weg und sieht es als „riesige Chance“ für die Handball-Region Hildesheim. Die Trainerfrage wurde dann doch kurz angesprochen – gesucht wird ein Kandidat für ein Jahr, ehe 2020 die neuen Strukturen greifen, dann auch mit neuem Sportdirektor. 

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