DHB-Auswahl spielt in der ausverkauften Tui-Arena gegen Island

„Erfolge sind das beste Teambuilding“

Bundestrainer Dagur Sigurdsson ist in diesen Tagen ein sehr gefragter Gesprächspartner, auch in Hannover stellt er sich den Fragen. Fotos: Meyer

HANNOVER Auf dem Weg zur Handball-Europameisterschaft überlässt Oliver Roggisch nichts dem Zufall. „Dagur nennt mich schon den Meister der Excel-Tabelle“, sagte der Teammanager der deutschen Männer-Nationalmannschaft lachend. Aber eine Überraschung gab es jetzt für den Ex-Abwehrchef aber doch: „Mit so viel Schnee hatten wir hier in Hannover nicht gerechnet.“

Am 16. Januar trifft die DHB-Auswahl zum Auftakt der Europameisterschaft in Polen auf Spanien (18.30 Uhr). Weitere Gegner sind Schweden (18. Januar, 20.30 Uhr) und Slowenien (20. Januar, 17.15 Uhr). Über diese Mannschaften wollte sich Bundestrainer Dagur Sigurdsson bei der Pressekonferenz im Courtyard noch nicht länger äußern. „Wir haben in Polen innerhalb kurzer Zeit drei Spiele gegen starke Gegner. Da kann viel passieren.“ Seine Augen sind voll auf die letzten beiden Härtetests gegen Island gerichtet, gegen die die deutschen Handballer heute in Kassel und am morgigen Sonntag (beide Spiele um 15 Uhr) in der Tui-Arena antreten werden.

„Island ist ein taktisch starker Gegner, der uns alles abverlangen wird“, ist sich der Trainer sicher, der bei diesen Spielen auch noch an einigen Stellschrauben drehen will. Zwar hatte sein Team am Dienstag gegen Tunesien mit 37:30 gewonnen, aber besonders mit der ersten Halbzeit war Sigurdsson nicht zufrieden. „18 Gegentore vor der Pause sind zu viel, zwölf in der zweiten Halbzeit sind in Ordnung. Das müssen wir jetzt bestätigen“, gibt der Trainer die Marschroute für die beiden Island-Tests vor. Ansonsten zeigte sich der Trainer aber durchaus zufrieden. „Das Spiel gegen Tunesien hat uns gut getan, das war ein guter Auftakt, wir sind voll im Lauf.“ Dieser Einschätzung schloss sich Steffen Weinhold an. „Gegen Tunesien hatten wir viele gute Ansätze, aber es liegt noch einiges an Arbeit auf dem Weg nach Polen vor uns. In der Abwehr müssen wir enger und kompakter stehen.“ Den nötigen Feinschliff will sich Weinhold mit seinem Team gegen die Isländer holen. Der Kieler wird die DHB-Auswahl als Kapitän aufs Feld führen. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Stamm-Spielführers Uwe Gensheimer, hatte der 29-jährige Linkshänder des THW diese Aufgabe übernommen. Viel habe sich dadurch aber nicht für ihn verändert. „Alle Spieler sind bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Die Stimmung in der Mannschaft sei trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek und Michael Allendorf sehr positiv. „Noch geht es etwas entspannter zu, aber je näher das Turnier kommt, wird natürlich die Anspannung steigen.“

In den ausverkauften Hallen in Kassel und Hannover erwartet der DHB-Trainer auf jeden Fall zwei echte Gradmesser für die EM. „Island ist ein routinierter Gegner, den man kaum überraschen kann.“ Bei der WM in Katar hatten die isländischen Landsleute des deutschen Trainers allerdings das Ticket für eines der Olympia-Qualifikationsturniere verpasst. Das ist das Ziel bei der EM, wo die Mannschaft um die Ex-Kieler Aron Palmarsson und Gudjon Valur Sigurdsson in der Vorrundengruppe B auf Norwegen, Kroatien und Weißrussland treffen wird.

Dagur Sigurdsson hat für das kommende Wochenende neben der „Feinarbeit“ ein klares Ziel vor Augen: „Wir wollen auf Sieg spielen. Erfolge sind das beste Teambuilding, das Selbstvertrauen gibt.“ Nach den Partien gegen Island gönnen sich die 16 Spieler zwei freie Tage, dann geht es zur finalen Vorbereitung nach Berlin, von wo die DHB-Auswahl am kommenden Donnerstag per Bus nach Breslau aufbricht. ey

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