Hannover 96 verliert Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit 1:3

Zu-Null-Serie ist beendet

Frust und Enttäuschung bei Miiko Albornoz und Christian Schulz (M.), während Leverkusen feiert

HANNOVER Die Mannschaft von Hannover 96 erwies sich bei der 1:3 (0:0)-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga als Frust-Abbauer für Leverkusens Stürmer Stefan Kießling. Denn Kießling hatte zuvor seine längste Durststrecke zu überwinden, war 859 Minuten in der Bundesliga torlos geblieben und leitete mit der 1:0-Führung für die Gäste 28 Sekunden nach Wiederanpfiff den Sieg der Werkself ein.

So wurde es nichts aus dem Bemühen der „Roten“, einen neuen Vereinsrekord mit vier Spielen in Folge ohne Gegentreffer aufzustellen. „Heute ist so ein Tag, an dem vieles nicht so schön war. Und es wird nicht leichter in den nächsten Wochen“, stellte ein frustrierter 96-Torwart Ron-Robert Zieler fest, mit Blick auf das Auswärtsspiel in einer Woche in Hoffenheim. Zieler stellte mit 120 Spielen in Serie für die 96er den bisherigen Rekord von Horst Podlasky aus dem Jahr 1968 ein.

Mit diesem verdienten Sieg verdrängten die Leverkusener das Team von Trainer Tayfun Korkut von Rang 4. War bereits in Ansätzen in den ersten 45 Minuten zu sehen, dass Bayer unbedingt den Sieg wollte, mit extremem Pressing alle 96-Offensivaktionen frühzeitig im Keim ersticken wollte, so setzte sich diese Taktik in der zweiten Halbzeit entscheidend durch. Hannover konnte in den ersten 45 Minuten die Partie noch offen gestalten, einer Kießling- (10.) und Bellarabi-Chance (26.) standen Möglichkeiten von Lars Stindl (16.) und Hiroshi Kiyotake (33.) gegenüber. Kapitän Stindl war nach langer Verletzungspause erstmals von Beginn an wieder dabei und versuchte, das Spiel zu ordnen und in der Offensive Impulse zu setzen, was zeitweise auch gelang. Als aber Kießling nach genauem Zuspiel des zur zweiten Halbzeit eingewechselten Gonzalo Castro die 1:0-Führung erzielte, war der Sieg der Gäste auf den Weg gebracht. Zwar konnten die Hannoveraner nach dem 0:2 (59.) durch Heung-Min Son den Anschlusstreffer zum 1:2 (60.) durch Ceyhun Gülselams ersten Bundesliga-Treffer erzielen. Doch 96 versäumte es, weiter Druck zu machen auf die leicht verunsicherte Bayer-Defensive. Vielmehr traf Gilberto Hilbert nach 64 Minuten den Pfosten des 96-Tores und legte das entscheidende 3:1 (71.) exzellent für Karim Bellarabi auf.

„Für uns ist die Niederlage kein Beinbruch. Wir wussten, dass wir auf eine Mannschaft treffen, die eine unheimlich hohe Intensität auf den Platz bringen kann“, zeigte sich Korkut als fairer Verlierer. Ein Lob für die Gäste hatte auch National-Keeper Zieler parat: „Leverkusen hat 90 Minuten Pressing gespielt. Das war schon bemerkenswert.“ wg/gsd

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