Hannover setzt gegen München auf das Prinzip Hoffnung

Ziel: Vernünftig aus der Affäre ziehen

Im Hinspiel muss sich Hannover in München mit 0:4 geschlagen geben. Fotos: Zwing, Kaletta

HANNOVER Es wird lediglich über die Höhe der Niederlage in und um Hannover herum diskutiert, wenn Hannover 96 heute um 15.30 Uhr den deutschen Rekordmeister FC Bayern München in der bereits seit Wochen ausverkauften HDI-Arena erwartet.

Doch die beiden 96-Innenverteidiger Marcelo und Christian Schulz sind da nicht so pessimistisch und setzen ihre Hoffnung darauf, so lange wie möglich ein 0:0 zu halten. Zumindest wollen sich die „Roten“ gegen den hohen Favoriten aus Bayern vernünftig aus der Affäre ziehen.

Angezählt von der heimischen Presse wurde unter der Woche 96-Trainer Tayfun Korkut. Er sei beratungsresistent, würde auf Spieler wie zum Beispiel auf den seit Wochen außer Form befindlichen Jimmy Briand setzen, nicht den Mut haben, gegen Schlusslicht VfB Stuttgart mit zwei Stürmern zu beginnen. Keine Frage, Korkut steht massiv unter Druck. Da passt es ins Bild, dass 96-Präsident Martin Kind sagt: „Der Trainer braucht Ergebnisse“...um den Abwärtstrend zu stoppen, wäre die logische Ergänzung. Aber auch Sportdirektor Dirk Dufner steht in der Kritik. Er hat die Spielerverpflichtungen größtenteils zu verantworten.

Und nun kommt der große FC Bayern, dann geht es zur ambitionierten Borussia nach Mönchengladbach, und in zwei Wochen kommt die wiedererstarkte Borussia aus Dortmund. Nur vier Punkte trennen die Hannoveraner vom Relegationsplatz – ein ganz dünnes Polster für die „Roten“, die in diesem Jahr weiter auf einen Sieg warten, in der Rückrundentabelle bei nur drei Punkten den vorletzten Tabellenplatz einnehmen. Schlechter ist nur der Tabellennletzte VfB Stuttgart.

Gegen die Bayern fehlt auf jeden Fall Kapitän Lars Stindl, der vor einer Woche gelb-rot sah, aber auch noch gegen Gladbach gesperrt ist, weil er den Schiedsrichterassistenten nach dem Stuttgarter Spiel beleidigte. Dafür kann Joao Pereira nach seiner Gelbrot-Sperre wieder spielen, wird aber Hiroki Sakai auf der rechten Verteidigerposition nicht verdrängen. Ob Korkut wie gegen Stuttgart den lange verletzten Leon Andreasen von Beginn an spielen lässt, dürfte bezweifelt werden. Korkut hatte ihn wohl zu früh gebracht. Eine Option hätte der 96-Coach auf der Sechserposition mit Sané. Und auch Didier Ya Konan ist eine Option für den Angriff.

Doch Korkut bleibt ruhig, lässt sich nicht in die Karten schauen. Er brauche Drucksituation, sagt er. Er habe schon mal schlimmere Zeiten erlebt, zum Beispiel nach der deutlichen 0:3-Derbypleite in der vergangenen Saison gegen Eintracht Braunschweig. Und er hat noch immer Martin Kind als seinen Fürsprecher. Aber wie lange noch? wg/gsd

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