Durchatmen: Hannover 96 gewinnt Nordderby gegen den Hamburger SV 2:1

Ein wichtiger Heimsieg zum 118. Geburtstag

Den Ball im Blick: Hiroki Sakai (l.) und Jacques Zoua (HSV).

HANNOVER Die Abgeschiedenheit eines viertägigen Trainingslagers im ehemaligen Kloster im ostwestfälischen Harsewinkel scheint bei den Spielern von Hannover 96 ungeahnte Kräfte freigesetzt zu haben. Nicht anders ist der ganz starke Auftritt des Teams von Trainer Tayfun Korkut nach der 0:3-Schlappe im Niedersachsenderby gegen Eintracht Braunschweig vor einer Woche nun beim überzeugenden 2:1 (1:0)-Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV zu erklären.

Damit gelang den „Roten“ im Kampf gegen den Abstieg in der Fußball-Bundesliga am 30. Spieltag erst einmal ein Befreiungsschlag. „Es war Erleichterung pur, aber es war erst der erste Schritt“, relativierte 96-Torwart Ron-Robert Zieler diesen gleichwohl so wichtigen Erfolg, der den 96ern zweifellos das Selbstvertrauen zurückgegeben zu haben schien, um die letzten vier Aufgaben etwas beruhigter angehen zu können.

Korkut sorgte indes bei der Aufstellung für eine Überraschung. Nach gut einem halben Jahr Pause stand Christian Pander erstmals wieder von Beginn an auf dem Feld und machte seine Sache auf der linken Außenverteidigerposition sehr gut, war mit einem Wert von 82 Prozent gewonnener Zweikämpfe stärkster Hannoveraner im Defensivverbund. „Wir haben den Sieg hart erarbeitet. Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben“, meinte Pander.

Vor dem Spiel gab es eine herzliche Umarmung zwischen 96-Boss Martin Kind und HSV-Coach Mirko Slomka, der sich das Spiel an seiner ehemaligen Wirkungsstätte sicherlich anders vorgestellt hatte. „Ich bin tief enttäuscht. 96 war richtig stark und hat unser Mittelfeld immer wieder überlaufen“, gab Slomka zu Protokoll.

Und in diesem Mittelfeld brillierte 96-Spielmacher Lars Stindl. Seine überragende Leistung krönte er mit der 1:0-Führung per Kopf nach Flanke von Edgar Prib in der neunten Minute. Überhaupt hatte Stindl Chancen, bis zur Pause das Ergebnis auf 3:0 zu schrauben. Am Ende standen zehn Torschüsse für Stindl in der Statistik, doppelt so viele wie die gesamte HSV-Mannschaft in 90 Minuten zuwege brachte. Eine davon nutzte Hamburgs Freistoßspezialist Hakan Calhanoglu per unberechtigtem Freistoß in der 48. Minute zum überraschenden 1:1. Dass Didier Ya Konan vier Minuten vor dem Ende nach Vorarbeit des eingewechselten Ex-HSVers Artjoms Rudnevs, der indes im Abseits stand, das viel umjubelte 2:1 erzielte, war somit ausgleichende Gerechtigkeit.

„Stindl hat eine super erste Halbzeit gespielt“, lobte Korkut seinen Spielmacher. „Jeder wollte jeden Ball gewinnen, und auch nach dem 1:1 sind wir zurückgekommen“, freute sich der 96-Coach über diesen Sieg im Nordderby gegen eine erschreckend schwache HSV-Mannschaft. wg/gsd

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