Hannover 96 nach 0:3-Niederlage in Leverkusen weiter auf dem letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga

Wende unter Schaaf lässt auf sich warten

Ruhe reinbringen: Schiedsrichter Tobias Welz zeigt im Spiel der Leverkusener gegen Hannover drei gelbe Karten.

hannover Fünf Minuten vor Schluss blendete die Bildregie Martin Kind auf der Tribüne der Leverkusener „BayArena“ ein. Der Präsident von Hannover 96 runzelte die Stirn, hinter ihm kniff 96-Ikone Dieter Schatzschneider die Lippen zusammen. Die Reaktionen des Duos waren nur zu verständlich. 0:3 (0:1) bei Bayer Leverkusen verloren, 96 bleibt auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga.

Überraschend war die nächste Pleite für die „Roten“ indes nicht. Es war die neunte in Folge bei Bayer bei einem Torverhältnis von jetzt 1:24. „Eine bittere Niederlage“, resümierte Nationaltorwart Ron-Robert Zieler (161. Spiel in Folge – die längste Erstliga-Serie), der mal wieder als Kommentator herhalten musste. „In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so gut gespielt. Aber es ist ein Fortschritt, sich Chancen zu erarbeiten.“ Da bleibt aber die Frage: Welche Chancen? Die einzige, die sich nach der Pause für 96 ergab, hatte Hugo Almeida nach 81 Minuten, doch sein Schuss wurde noch abgefälscht. Klar, die erste Hälfte verlief noch in etwa auf Augenhöhe 96 stand trotz der Ausfälle von Schulz und Sané kompakt. Almeida und Prib (angeschnittene Ecke) hatten zwei Möglichkeiten, aber das war alles. Glück für die „Roten“, das Stefan Kießling nur an den Pfosten köpfte (12.). Eine Minute vor der Pause zielte er genauer: Nach Calhanoglu-Ecke per Kopf zum 1:0. Pech für Bayers Super-Techniker nach 55 Minuten, als sein Schuss erst die Latte und dann den Pfosten touchierte und Miiko Albornoz auf der Linie rettete. 96 fand nun offensiv nicht mehr statt, dagegen schenkte Leverkusens Mexikaner Chicharito („kleine Erbse“) Hannover noch zweimal ein: Erst per Elfmeter (63.), nachdem Sakai Kießling gelegt hatte, dann mit seinem 13. Tor in die lange Ecke zum 3:0 (85.), als sich 96 in der Abwehr verschätzt hatte. Zum Kichern fand 96 diese „Erbsen-Tore“ nicht. 96 als klarster Abstiegs-Kandidat – daran muss man sich gewöhnen. Sieben der vergangenen acht Partien hat 96 verloren, auch unter Trainer Thomas Schaaf gab es bisher keine Wende.

„So blöd das vielleicht klingt: Wir haben besser gespielt als gegen Darmstadt“, meinte Schaaf nach seinem 515. Spiel als Bundesliga-Coach. „Wir hatten gute Ansätze, haben sie aber nicht zu Ende gespielt.“ Allein: Gute Ansätze reichen eben nicht zum Klassenerhalt.

Holt 96 nun noch einen „defensiven Stabilisator“ (O-Ton Schaaf)? Roel Brouwers (Gladbach) und der Schweizer Philippe Senderos (Aston Villa) sind im Gespräch. Die Transfer-Frist endet Montagnachmittag. haz/gsd

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