Knappes Ding

Dusel-Elfmeter für den FSV Mainz verhindert 96-Sieg 

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Grund zum zwischenzeitlichen Jubel: Die Hannoveraner nach der 1:0-Führung durch Hendrik Weydandt (2.v.r.). Am Ende kassieren die Gäste aber das 1:1 durch einen fragwürdigen Elfmeter.

HANNOVER - Hannover 96 hat den großen Befreiungsschlag verpasst. Nach einer spektakulären Partie mit diskussionswürdigen Videobeweisen und einer Spielunterbrechung wegen Pyrotechnik im 96-Block endete die Bundesligapartie beim FSV Mainz 05 am Ende 1:1 (0:1).

Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Hertha BSC hatte 96-Trainer Andre Breitenreiter seine Startelf ordentlich umgekrempelt, nicht weniger als sieben Neue standen in der Startelf. Nach einer kurzen Abtastphase zu Beginn ging es in der Mainzer Opel-Arena gleich zur Sache, 96-Keeper Michael Esser konnte nach einem Kopfball von Jean-Philippe Mateta gerade noch die Fäuste hochreißen und den frühen Rückstand verhindern (5.). Im Gegenzug die ersten Chancen der Hannoveraner. Nach einem langen Ball und der Ablage von Asano verzog Hendrik Weydandt nur knapp (8.), wenig später jagte Asano das Leder über den Kasten (9.). Und mit dem nächsten Angriff gingen die Gäste in Führung. Haraguchi setzte sich auf der rechten Seite durch, seine Flanke netzte Hendrik Weydandt volley zum 0:1 ein (12.) – das war sein dritter Saisontreffer. Zwei der Neuen als Vorbereiter und Vollstrecker, bis zu diesem Zeitpunkt hatte Breitenreiter alles richtig gemacht. Zwar hatte Mainz wenig später die Riesenchance zum Ausgleich, als Pierre Kunde einen Nachschuss aus zehn Metern über den Kasten drosch (14.), das war es dann aber auch. Zittern musste 96 in der ersten Hälfte nur noch einmal, als sich der Videoassistent nach einem Handspiel von Kevin Wimmer zu Wort meldete, doch Schiedsrichter Robert Hartmann entschied nach Ansicht der Fernsehbilder: Kein Elfer, in dem Fall Glück für 96. In der ersten Hälfte lieferten die Gäste ein richtig gutes Auswärtsspiel ab, Hannovers Defensivverbund verteidigte in einem 5-3-2 diszipliniert und ließ bis zur Pause nicht eine Torchance der Mainzer mehr zu. Auf der anderen Seite vergaben Haraguchi (27.) und Ostrzolek (33.) knapp. Die zweite Hälfte startete zunächst mit einer Spielunterbrechung: Pyrotechnik im 96-Block, die Mainzer Hälfte im Nebel, Schiri Hartmann schickte Waldemar Anton und Niclas Füllkrug zu den 96-Fans, erst Minuten später ging es weiter. Und zwar nur noch für Mainz. Die Gäste kamen kaum noch aus der eigen Hälfte, nach 57 Minuten rettete der Pfosten bei einem Danny Latza-Schuss. 96 stand nur noch hinten drin, verpasste das vorentscheidende 0:2 durch Asano (71.) und hatte am Ende doch Pech, weil Mainz letztendlich durch ein „Elfmetergeschenk“ zum Ausgleich kam: Mateta gab nach Kontakt mit Ostrzolek den „sterbenden Schwan“, Brosinski verwandelte zum 1:1-Endstand (86.). 96-Manager Horst Heldt hatte sich zu seinem 49. Geburtstag „11 Männer auf dem Spielfeld“ gewünscht. Die gaben 45 Minuten ihr Bestes, waren im zweiten Durchgang allerdings nicht mehr zu sehen. Heldt tobte nach dem Spiel über den Videoassistenten in Köln: „Das ist ein Witz, der soll die Klappe halten!“  

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