Last-Minute-Ausgleich

Hannover 96 verpasst nur knapp einen Auswärtssieg in Leverkusen

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Tragischer Held: 96-Verteidiger Felipe, der zuvor einen Treffer für die Hannoveraner erzielt hat, sieht die gelb-rote Karte.

HANNOVER - Hannover 96 wartet seit nunmehr genau einem Jahr weiter auf einen Auswärtssieg in der Bundesliga. 30 Sekunden haben gefehlt, dann wäre diese Misserfolgserie beendet worden, doch nach einer engagierten Leistung gab es bei Bayer Leverkusen "nur" ein 2:2-Unentschieden.

Der Mann der ersten Halbzeit war der erst 20-jährige Florent Muslija, der für den verletzten Ilhas Bebou in die Mannschaft rutschte und sein Startelf-Debüt für das Team von Trainer André Breitenreiter gab. Er brachte die Roten in der 25. Minute mit einem sensationell geschossenen direkten Freistoß aus 28 Metern in den oberen rechten Leverkusener Torwinkel mit 1:0 in Führung. Allerdings hätten die Gastgeber höchstselbst nach vier Minuten in Führung gehen können. Doch einen von Felipe verursachten Handelfmeter – er sah dafür gelb – hielt 96-Keeper Michael Esser gegen Wendell. In der Folgezeit spielten die 96er wie aus einem Guss, versäumten es aber, das so wichtige 2:0 nachzulegen. Erst zwang Muslija Bayer-Torwart Lukas Hradecky nur sechs Minuten nach dem 1:0 zu einer starken Parade. Den abgewehrten Ball konnte dann Bobby Wood im Nachsetzen nicht über die Torlinie bringen zur zu diesem Zeitpunkt allemal verdienten 2:0-Führung. Und ein Kopfballtor von Niclas Füllkrug nach einem Eckball von Pirmin Schwegler wurde wegen einer Abseitsposition von Wood die Anerkennung versagt. Im Gegenzug erzielte Leverkusens Kapitän Lars Bender aus dem Nichts das 1:1 (34.) nach Pass von Julian Brandt. Hannovers Innenverteidiger, der Brasilianer Felipe, war erst der Held, dann der Depp: Er erzielte die erneute 2:1-Führung mit einem von Jonathan Tah noch leicht abgefälschten direkten Schuss nach einem Eckball von Schwegler (54.). Und nur vier Minuten später sah er die gelb-rote Karte nach einem Handspiel, was bedeutete, dass die Gäste eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten. Breitenreiter nahm Wood heraus, brachte dafür Kevin Wimmer und mischte auch in der Folgezeit mit den Einwechslungen von Matthias Ostrzolek und Marvin Bakalorz Beton an. Fast wäre des Trainers Plan aufgegangen. Doch Schiedsrichter Ittrich ließ vier Minuten nachspielen – 30 Sekunden zu lang, wie sich herausstellen sollte. „Wir haben zwei Punkte verloren, nachdem wir den Leverkusenern einen Riesenkampf geliefert haben“, meinte 96-Torwart Michael Esser, der allerdings nach dem 3:1 vor zwei Wochen gegen Stuttgart einen weiteren Aufwärtstrend seiner Mannschaft auch in Leverkusen sah.

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