Schulterschluss mit den Ultras – aber die „Roten“ rutschen nach 1:2 fast auf den Relegationsplatz ab

Trainer-Einstand misslungen: 96 verliert

Chance für 96: Joselu scheitert an TSG-Schlussmann Oliver Baumann. Am Ende verlieren die „Roten“ mit 1:2 gegen Hoffenheim und stecken immer tiefer im Abstiegskampf. Fotos: Kaletta

HANNOVER Einstand des neuen Trainer misslungen, Schulterschluss zwischen Hannover 96 und den Ultras geglückt. Auf diese Formel lässt sich die 1:2 (1:1)-Niederlage der Roten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim bringen. Da Paderborn am Sonntag nur ein 2:2 gegen den SV Werder Bremen gelang, bleibt 96 erst einmal auf Rang 15.

Trotz seines missglückten Einstandes als Nachfolger von Tayfun Korkut sah Michael Frontzek eine engagierte Leistung seiner Mannschaft. „Ich hatte vor dem Spiel einen positiven Eindruck und sage nach dem Spiel aus eigener Erfahrung, dass es nach dieser Niederlage schwierig ist. Wir müssen den Kopf oben behalten“, meinte Frontzek und hatte eine „unverdiente Niederlage“ seines Teams gesehen.

In der Tat, denn nach nur 61 Sekunden musste er mit ansehen, wie seine Mannschaft durch ein klares Abseitstor von Anthony Modeste mit 0:1 in Rückstand geraten war. „Man steht am Spielfeldrand, ist gespannt und dann passiert so etwas“, gab Frontzek ein wenig von seinem Innenleben preis. „Es spricht für die Mannschaft, dass sie dieses Abseitstor weggesteckt hat. Ich weiß, wie kompliziert das ist, wenn du so eine lange Serie hast.“ Der „Feuerwehrmann“ sprach damit die nicht enden wollende Negativserie von 14 sieglosen Spielen an.

Doch auch dieser schnelle Rückstand hielt den harten Kerns der Fans nicht davon ab, ihr Team weiterhin frenetisch anzufeuern. Die Ultras hatten sich Anfang der vergangenen Woche mit den 96-Verantwortlichen in einem konstruktiven Gespräch versöhnt und nun den Schulterschluss betrieben. Nach dem Schlusspfiff wurden die Spieler trotz der Niederlage gefeiert. „Das Publikum war sensationell, Mannschaft und Fans waren wirklich eins“, meinte Frontzek anschließend.

Das engagierte Auftreten der Gastgeber wurde in der 24. Minute belohnt, als 96-Kapitän Lars Stindl nach einem Foul von Tobias Strobl an Manuel Schmiedebach den fälligen Strafstoß sicher zum 1:1-Ausgleich verwandelte. Bei einer der wenigen Chancen der Gäste hatte 96 Glück, als ein Kopfball von Strobl am Innenpfosten landete. Kurz nach der Pause hätte Torjäger Joselu, der derzeit enorme Ladehemmungen hat, die 96er in Führung bringen können, doch brachte er hinter seinen Schuss zu wenig Druck, so dass der überragende TSG-Torwart Oliver Baumann parieren konnte. Ihre einzige echte Torchance nutzten die Gäste aus Hoffenheim in der 83. Minute zum 2:1 durch einen Kopfball von Sven Schipplock.

Ein Nachspiel vor dem DFB-Sportgericht könnte ein Schlag von 96-Innenverteidiger Marcelo ins Gesicht des Hoffenheimers Schipplock mit dem Schlusspfiff haben, den Schiedsrichter Günter Perl übersah. wg/gsd

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