„Zehn Spieltage vor Schluss gibt keiner auf”: Hannover 96 empfängt Bayer Leverkusen

Trainer Doll geht in Abstiegs-Offensive

„Walace hat großartig trainiert. Er wird von Anfang an spielen. Er kann der Mannschaft wieder helfen“, sagt 96-Trainer.

Hannover – Der Glaube an den Klassenerhalt schwindet bei Hannover nach dem 1:5-Debakel beim Mitkonkurrenten VfB Stuttgart mehr und mehr. So sind vor dem Heimspiel am Sonntag um 18 Uhr in der HDI-Arena bei 96-Boss Martin Kind bereits Überlegungen im Gange, nach einem Abstieg in die Zweite Liga den Wiederaufstieg anzustreben. 

Noch aber ist es nicht so weit. „Die aktuelle Mannschaft ist kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert.“ Nach dieser herben Kritik von Kind in der „Neuen Presse“ galt es nun für 96-Trainer Thomas Doll, die Spieler wieder aufzurichten, obwohl Doll nach dem 1:5 in Stuttgart kein gutes Haar an seinem Team gelassen hat („Das macht allen keinen Spaß“). Und Kinds Kritik wollten weder Doll noch Manager Horst Heldt so nicht stehen lassen. „Zehn Spieltage vor Schluss gibt keiner auf. Wir haben uns noch nicht abgeschrieben. Wir müssen aber damit leben, dass das Leute um uns herum tun. Dem Präsidenten steht Kritik zu. Ich halte den Zeitpunkt zehn Wochen vor dem Saisonende aber nicht für angebracht“, sagte Heldt. Inwieweit das verbale Chaos der letzten Tage nun spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen ist, muss sich nun im Spiel gegen das ambitionierte Leverkusen zeigen. Doll wechselte den Kapitän, Routinier Marvin Bakalorz (29) machte der Coach zum Nachfolger des erst 22-jährigen Waldemar Anton, der mit der Kapitänsrolle überfordert schien. Das heißt aber nicht, dass Bakalorz eine Stammelf-Garantie für die Partie gegen Leverkusen besitzt. Diese gab er dem Brasilianer Walace, den er in Stuttgart auf die Bank verbannt hatte. „Walace hat großartig trainiert. Er wird von Anfang an spielen. Er kann der Mannschaft wieder helfen“, sagte der 96-Trainer. „Alle zusammen vom Präsidenten über den Manager bis zum Trainer wollen sehen, dass wir elf Mann auf dem Platz haben, die sich gegen diese Situation stemmen. Und das ist möglich“, hat Doll die Hoffnung auf den Klassenerhalt zehn Spieltage vor Saisonende nicht gänzlich aufgegeben. Ob allerdings die Wen- de nun ausgerechnet gegen die Bayer-Werkself gelingt, muss zumindest bezweifelt werden beim Blick auf die vergangenen Spiele der Leverkusener. Die holten aus den letzten sechs Spielen unter ihrem neuen Trainer Peter Bosz 15 Punkte, einen mehr als 96 in der gesamten Saison. wg/gsd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare