Bundesliga-Fußballer aus Hannover haben mit Rudnevs nur einen Angreifer

„Sturm-Not“ bei 96 beim Auswärtsspiel in Berlin

Ein-Mann-Sturm: Artjoms Rudnevs (links) ist heute Nachmittag der einzige Angreifer der „Roten“ beim Auswärtsspiel in Berlin. Foto: Kaletta

HANNOVER / BERLIN Artur Sobiech am Knie verletzt, Mame Diouf gestern an der ausgekugelten Schulter operiert – die beiden Stürmer stehen Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga bis zum Saisonschluss nicht mehr zur Verfügung. Gut möglich, dass das 1:1 gegen Leverkusen auch das letzte Spiel von Diouf für die „Roten“ gewesen ist. Der Senegalese, der am Donnerstag Vater einer Tochter wurde, hat bis jetzt jedes Vertragsangebot ausgeschlagen.

Davon unabhängig ist die Sturm-Not bei 96 vor dem Auswärtsspiel am heutigen Sonnabend bei Hertha BSC Berlin so groß wie schon lange nicht mehr. Mit dem nachverpflichteten Artjoms Rudnevs steht nur ein Angreifer parat.

Didier Ya Konan kam gegen Leverkusen zwar schon mal auf den Platz, doch für mehr als einen Kurzeinsatz wird es beim Ivorer nach seiner schweren Verletzung (Syndesmosebandriss) noch nicht reichen. So tüftelt 96-Trainer Tayfun Korkut schon die ganze Woche über an der Taktik für Berlin.

Hinter Rudnevs, der jetzt am besten in Watte gepackt werden sollte, gibt es mehrere Varianten: Huszti - Bittencourt - Stindl (nach Sperre wieder dabei) wäre eine Möglichkeit. Die zweite könnte so aussehen: Prib - Huszti - Stindl. Oder auch diese Aufstellung ist denkbar: Ya Konan neben Rudnews und dahinter nur Huszti und Stindl. Fast in der Versenkung verschwunden ist dazu noch Top-Verdiener Jan Schlaudraff, der zuletzt keine Rolle mehr gespielt hat. So viele Varianten gibt es im Defensivbereich der Hannoveraner längst nicht. Mit André Hoffmann und Christian Schulz hat sich ein neues Innenverteidiger-Pärchen herauskristallisiert, das den oft zu risikoreichen Brasilianer Marcelo und Salif Sané vorerst verdrängt hat. Rechts der Japaner Sakai, links der Belgier Pocognoli – fertig ist die Viererkette. Davor räumen Schmiedebach und Andreasen als Sechser ab. So soll es bei Hertha mindestens einen Punkt geben, zumal die Berliner nur eines der vergangenen sieben Erstliga-Heimspiele gewannen. Hertha-Coach Jos Luhukay, dem mit dem Ex-Wolfsburger Cigerci, Ndjeng, Lustenberger und Ben-Hatira vier Spieler fehlen, siegte noch nie gegen Hannover. Bei allem Elan, den 96 sicher braucht, um bei Hertha BSC zu punkten, muss man auch Vorsicht walten lassen. Immerhin droht gleich fünf Spieler bei der nächsten gelben Karte eine Sperre: Marcelo, Prib, Bittencourt, Pocognoli und Andreasen sind diesbezüglich vorbelastet. Mit 56 gelben Karten, zweimal Gelb-Rot und zweimal Rot ist 96 derzeit die unfairste Mannschaft in der Bundesliga. Dabei lebt Coach Tayfun Korkut die Zurückhaltung vorbildlich vor, diskutiert nicht immerzu Entscheidungen des Schiedsrichters, wie viele andere Kollegen es am Spielfeldrand tun. haz/gsd

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