Hannover empfängt krisengeschüttelten HSV / Sieben Spiele ungeschlagen

Serviert ausgerechnet 96 Ex-Trainer Slomka ab?

Bei der Saisonpremiere gab es für die 96er gegen Schalke Grund zum Jubeln und daran wollen sie im Nordderby anknüpfen. Fotos: Kaletta

HANNOVER Pikanter geht es kaum, obwohl erst zwei Spiele in der Fußball-Bundesliga absolviert sind: Wenn Hannover 96 am Sonntag um 17.30 Uhr auf den Hamburger SV trifft, stehen nicht nut die „Roten“ selbst im Blickpunkt, sondern auch ihr ehemaliger Trainer. Mirko Slomka ist beim Fast-Absteiger der vergangenen Saison schon wieder ins Gerede gekommen und braucht dringend ein Erfolgserlebnis an seiner früheren Wirkungsstätte, um nicht möglicherweise als erster Coach in der neuen Saison „gegangen zu werden“.

96-Coach Tayfun Korkut ist dies alles egal. Er konzentriert sich auf sein Team, in dem Lars Stindl weiter fehlen wird, ebenso wie Edgar Prib nach seiner Knieoperation. Auch wenn der Kapitän fehlt – weitere Möglichkeiten gibt es genug. Zum Beispiel wieder Hiroshi Kiyotake, der Stindl schon in Mainz im Mittelfeld ersetzt hat. Der Japaner könnte aber ebenso im Angriff beginnen, für den auch „Last-minute-Zugang“ Jimmy Briand bereit steht. Personell hat Korkut also eher die Qual der Wahl. Weitere große Änderungen stehen nicht an: Hinten setzt Korkut auf Sakai, Marcelo, Schulz und Pander; die Sechser dürften erneut Andreasen und Schmiedebach sein, vor denen Bittencourt, Kiyotake und der Chilene Albornoz versuchen werden, ihre Sturmspitze Joselu mit Bällen zu „füttern“.

Interessant: In den letzten 13 Nordduellen konnte nie die Gastmannschaft gewinnen. Zuletzt gelang dies dem großen (?) HSV in der Saison 2007/08 mit einem 1:0-Sieg am ersten Spieltag.

Apropos Hamburg: gegen den HSV schafften die 96er in der vergangenen Saison nach der „Schmach von Braunschweig“ (0:3) einen 2:1-Erfolg, der eine bemerkenswerte Serie einleitete. Saisonübergreifend haben die Hannoveraner seit diesem Sieg nicht mehr verloren, blieben siebenmal ungeschlagen bei fünf Dreiern und zwei Unentschieden – und kamen außerdem im DFB-Pokal weiter, wo sie am 28. Oktober (Dienstag) bei Zweitligist VfR Aalen antreten.

Wenn es nach den „Roten“ geht, muss die Wende zum Besseren beim HSV nicht unbedingt in der HDI-Arena beginnen. Slomka und Chef Beiersdorfer kauften nochmals groß ein, holten unter anderem Lewis Holtby, den Brasilianer Cleber, Bayern-Leihgabe Julian Green, Augsburgs Matthias Ostrzolek (den auch 96 haben wollte), den Mainzer Nicolai Müller und Valon Behrami. Nicht ausgeschlossen, dass in Slomkas Anfangsformation sechs Neuzugänge stehen und es gegenüber der peinlichen 0:3-Pleite gegen Paderborn fünf Änderungen geben wird. haz/gsd

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