Bundesliga-Abstiegskampf

Hannover 96 muss Sonntag in Stuttgart ran

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Schreckmoment im Training: Matthias Ostrzolek zieht sich beim Zusammenprall mit Michael Esser einen Rippenserienbruch zu.

HANNOVER - Es ist eines von sicherlich noch mehreren Abstiegsduellen in der Fußball-Bundesliga schlechthin: der VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz, Hannover 96 auf dem 17., dem Abstiegsrang. Am Sonntag um 15.30 Uhr will das Team von Trainer Thomas Doll in der Mercedes- Benz-Arena nicht verlieren.

Nicht nur, dass die Roten genug verletzte Spieler haben. Nun fällt auch noch Außenverteidiger Matthias Ostrzolek aus. Er prallte am Donnerstagstraining so sehr mit Torwart Michael Esser zusammen, dass er sich mehrere Rippenbrüche zuzog und für mehrere Wochen ausfallen wird so wie zuvor schon Niclas Füllkrug (für die gesamte Saison), Linton Maina, Noah Sarenren Bazee, Kevin Akpoguma und Ihlas Bebou –alles Spieler, die sicherlich in der Stammelf ihren Platz hätten. Erfreulich zumindest, dass der Brasilianer Walace nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei ist. Und der Personalnot geschuldet, rückte Uffe Bech, der in die U 23 verbannt war, wieder in den Proifkader. In Stuttgart treffen die beiden schwächsten Abwehrreihen aufeinander. Der VfB hat bei 51 Gegentreffern sogar einen mehr als die Niedersachsen. Und vorn ist mit 18 Toren nur der Tabellenletzte 1. FC Nürnberg schwächer als Stuttgart (19) und Hannover (20). Bei den Gästen stellt sich nun der Tat die Frage, wer denn Tore schießen soll. In den letzten sieben Spielen, von denen die 96er sechs verloren, erzielten sie gerade mal drei Tore, kassierten aber derer 16. Da mit Sarenren Bazee, Bebou und Maina drei schnelle Flügelspieler fehlen, fordert Doll, dass „Unterstützung aus dem Mittelfeld kommen muss, wenn du schon nicht über Außen mit Tempo kommst“. Hoffnung macht den Niedersachsen, dass Stuttgart so etwas wie ihr Lieblingsgegner ist. Gegen kein anderes Team in der Bundesliga haben die Hannoveraner so häufig gewonnen, nämlich 20-mal. In der Hinrunde gewann 96 noch unter Trainer André Breitenreiter mit 3:1 und übergab die Rote Laterne den Schwaben. “Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der 1. Liga bleiben. Was bringt es, jetzt aufzugeben? Wir sind gewillt, es allen zu zeigen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir die Anderen zum Aufwachen bringen“, sagte der 23-jährige Stürmer Hendrik Weydandt, der noch in der vorigen Saison beim Regionalligisten Germania Egestorf/Langreder gespielt hatte, für die U 23 von 96 geholt wurde, aber sich in Vorbereitungsspielen für die Profis empfohlen hat. Der VfB Stuttgart und Hannover 96 sind gemeinsam aufgestiegen. Nicht unmöglich, dass sie nun auch wieder gemeinsam absteigen könnten.

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