Hannoveraner unterliegen Darmstadt 98 trotz 1:0-Führung durch Neuzugang Hugo Almeida / Spielmacher fehlt

Sandro Wagner vermiest 96 den Start

Der Ausgleich: Sandro Wagner erzielt in dieser Szene das 1:1 für die Gäste aus Darmstadt, die am Ende sogar 2:1 bei den „Roten“ gewinnen. Fotos: Kaletta

hannover Ausgerechnet zwei ehemalige Hannoveraner verdarben Thomas Schaaf dessen Trainerdebüt beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Konstantin Rausch und Jan Rosenthal waren die genialen Vorbereiter der beiden Tore von Sandro Wagner zum 2:1 (1:1)-Sieg des Neulings SV Darmstadt 98 in der HDI-Arena vor 35 600 Zuschauern. Damit fielen die Hannoveraner auf den letzten Tabellenplatz zurück. Dennoch gab es nach dem Schlusspfiff keinerlei Pfiffe der sonst so kritischen 96-Fans.

Zuvor hatte Schaaf bei seinen Amtsantritten als Bundesliga-Trainer noch immer gesiegt. Nach 18 Punktspielen weist 96 zudem die schlechteste Bilanz seit dem Abstieg 1988/89 auf.

Hinzu kommt, dass die Niedersachsen als einziger Bundesligist die letzten vier spiele allesamt verloren haben und mit dem 1:2 gegen Darmstadt ihre siebte Heimniederlage in dieser Saison kassierten. „Wir sind auf dem richtigen Weg, nur mit dem Ergebnis nicht“, stellte Schaaf hinterher fest. In der Tat, die ersten 25 Minuten gehörten den Gastgebern, die folgerichtig nach neun Minuten in Führung gingen. Dabei schien sich die Investition, mit Hugo Almeida und Adam Szalai zwei Stürmer zur Rückrunde verpflichtet zu haben, schon gelohnt zu haben. Denn Szalai legte für Almeida unfreiwillig auf. Der Portugiese wuchtete das Leder aus elf Metern zum 1:0 ins Darmstädter Gehäuse.

Schaafs neue Taktik, im Mittelfeld mit einer Raute und zwei Stürmern spielen zu lassen, schien aufzugehen – indes nur eben 25 Minuten. Doch nicht nur Rausch und Rosenthal, sondern auch ausgerechnet Wagner, den Schaaf zu Bremer Zeiten aussortiert hatte, machte den „Roten“ einen dicken Strich durch die Rechnung. Wagner sorgte nach Kopfballvorlage von Rosenthal für den 1:1-Ausgleich (31.) und staubte nach Flanke von Rausch und Rosenthals Kopfball an den Pfosten zum 2:1 (47.) ab. Beide Male sahen die 96-Innenverteidiger Marcelo und Kapitän Christian Schulz nicht gerade gut aus.

Spielmacher fehlt

In der Folgezeit wurde im 96-Spiel eines besonders augenfällig: Den Hannoveranern fehlt im Mittelfeld eine Schaltzentrale, die Kreativität. Manuel Schmiedebach war auf der Zehner-Position überfordert, der verletzte Hiroshi Kiyotake wurde schmerzlich vermisst. Gleichwohl gab es einen Lichtblick bei 96: André Hoffmann überzeugte, war jederzeit anspielbar, wies kaum einen Fehlpass auf. „Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr. Das 1:0 hätte uns eigentlich Sicherheit geben sollen, hat es aber nicht“, versuchte Hoffmann eine Erklärung für den Bruch nach 25 Minuten. Schaaf blieb indes nicht verborgen, dass sein Team „wieder in alte Muster verfallen ist“. wg/gsd

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