Ex-Hannoveraner trifft beim 2:0-Sieg seiner Paderborner aus mehr als 80 Metern ins leere 96-Tor

Rekord-Tor von Stoppelkamp

Knappes Ding: Paderbons Torhüter Lukas Kruse ist nicht zu überwinden. Fotos: Zwing

HANNOVER Nach zuletzt drei ungeschlagen Partien zu Beginn dieser Saison und insgesamt neun Spielen ohne Niederlage war die Euphorie schon groß bei Hannover 96. Ausgerechnet beim Überaschungs-Aufsteiger wurde sie nun gedämpft. 0:2 (0:0) verloren die „Roten“ in Ostwestfalen.

Und das mit einem besonderen Knalleffekt: Dritte Minute der Nachspielzeit: Moritz Stoppelkamp, einst selbst bei 96, macht einen Bereiungsschlag knapp vor dem eigenen Strafraum. In hohem Bogen segelt der Ball Richtung Hannover-Tor, das Schlussmann Ron-Robert Zieler verlassen hatte, um im Angriff noch den Ausgleich zu erzwingen. Die Kugel setzt noch fünfmal auf und kullert rechts unten rein zum 2:0 – ein Wahnsinns-Tor aus 83 Metern Entfernung. Bundesliga-Rekord! Ganz Paderborn hüpfte vor Freude, 96 war endgültig geplättet.

Eine Niederlage, die sich Hannover jedoch selbst zuzuschreiben hat. Insgesamt zeigte das Team von Trainer Tayfun Korkut in der Offensive viel zu wenig Durchschlagskraft und kam zu fast gar keinen zwingenden Torchancen. So mussten sich die Paderborner auch nicht sonderlich strecken in der eigenen Defensive.

Erst in der Schlussphase, als das Team von SCP-Coach Andre Breitenreiter schon 1:0 führte durch den Treffer nach 70 Minuten von Elias Kahunga aus drei Metern, ergaben sich noch zwei Möglichkeiten für die 96er. Zunächst strich ein kopfball von Kapitän Christian Schulz knapp über das Paderborner Gehäuse, ehe es noch einen Aufrreger gab: Der eingewechselte Jimmy Briand köpfte Paderborns Brückner an den Arm, doch Schiedsrichter Knut Kircher ließ weiterspielen. Kein Elfer, Proteste der 96er! Vergebens. Vergessen war da auch schon die Möglichkeit für Artur Sobiech, der den Ball direkt übers Gastgeber-Tor setzte (76.).

Den Franzosen Briand (für Joselu) hatte Korkut ebenso wie Karaman (für Bittencourt) gebracht, um dem flauen Sturm neu anzufachen. Viel gebracht hat diese Maßnahme jedoch nicht. Und da auch die insgesamt stabile Dfensive beim 0:1 eben einmal nicht aufpasste, war es um die 96er geschehen.

Eher konträr waren hinterher die Meinungen der Beteiligten. „Ich bin mit dem Engagement nicht unzufrieden, aber es war zu wenig“, ließ Korkut verlauten. Hannovers Sportrdirektor Dirk Dufner war dagegen ziemlich bedient. Er vermisste den „letzten Willen“ bei seiner Mannschaft. Durch die erste Saison-Niederlage verpassten die „Roten“ zudem auch noch den Startrekord. Bereits am Mittwoch geht es für 96 gegen den Köln weiter. haz/gsd

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