Hannover 96

Torwart-Beben bei den "Roten": Esser für Zieler

Michael Esser (l.) kehrt als "Torwart-Nummer-1" zu Hannover 96 zurück. Im Beisein von Sportdirektor Gerhard Zuber unterzeichnet er den Vertrag.

Hannover - Bei Hannover 96 dreht sich das Personal-Karussell munter weiter. Die letzte Nachricht scheint die wichtigste zu sein: Die „Roten“ haben Michael Esser als neuen „Nummer-1-Torwart“ zurückgeholt – dafür wird Ex-Weltmeister-Schlussmann Ron-Robert Zieler keine Zukunft mehr in Hannover haben.

Unter der Woche hatte sich auch bereits Waldemar Anton in Richtung VfB Stuttgart verabschiedet. Der verkappte Rausschmiss von Zieler sorgt bei den Hannoveranern sicherlich für reichlich Diskussionsstoff. Der 31-Jährige hat bei den Roten sicher zahlreiche Verdienste und sich zahlreiche Meriten erworben. Doch bei Trainer Kenan Kocak hatte Zieler offenbar keine Lobby. Der 96-Schlussmann hat eine ordentliche Zweitliga-Saison gespielt, aber eben keine gute – und 96 wohl zu wenig Spiele gewonnen durch einen gehaltenen Elfmeter oder eine Sensations-Parade in der Nachspielzeit. Intern kreiden ihm die 96-Entscheider sogar zehn verlorene Punkte an – ziemlich heftig. Bleibt die Frage, was aus Zieler, der gerade Vater einer Tochter wurde und im Umland ein Haus baut, wird: Geht er zu Union Berlin in die Bundesliga? Zahlt 96 dann zumindest einen Teil seines Gehaltes (angeblich 700 000 Euro pro Jahr) weiter? Viele offene Fragen. Michael („Bruno“) Esser, so sein Spitzname, ist natürlich dagegen happy. „Es fühlt sich ein bisschen an, als wäre ich nicht weg gewesen“, wird er zitiert. Der Ex-Bochumer bestätigte andere Angebote aus Köln als zweiter Torwart und von Union Berlin. Doch Esser, der in der Abstiegs-Saison immer zu den besten Spielern zählte, entschied sich wieder für 96: „Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, die Aufgabe hier bei 96 unbedingt annehmen zu wollen.“ Esser da, Zieler soll gehen – und drei andere ebenso: Bakalorz, Felipe und Prib sind bei Kocak offenbar auch nicht mehr wohlgelitten. Auch ihnen wurde mehr oder weniger deutlich nahegelegt, sich anderweitig umzuschauen – andernfalls droht Training bei der 96-Akademie am Eilenriedestadion bei der zweiten Mannschaft. Beim ersten Corona-Test waren sie allerdings am Donnerstag noch dabei. Alle Spieler fuhren mit ihren Privatwagen vor (oder kamen per Fahrrad oder zu Fuß), nachdem es die Dienstwagen von VW-Nutzfahrzeuge künftig nicht mehr gibt. Seinen VW abgegeben hat inzwischen auch Waldemar Anton. Sein Wechsel zu Bundesliga-Rückkehrer Stuttgart ist seit Mitte der Woche fix. Bei den Schwaben hat „Waldi“ nach zwölf Jahren bei den Roten und 137 Profi-Spielen einen Vier-Jahres-Vertrag erhalten, während 96 für ihn vier Millionen Euro Ablöse bekommt. „Ich werde immer mit 96 verbunden bleiben. Ich habe hier unglaublich emotionale Momente erlebt, die ich niemals vergessen werde“, meinte der „Junge aus dem Stadtteil Mühlenberg“ zum Abschied. Die Transfer-Einnahme von Anton wird 96 aber auch dringend brauchen, um einen Nachfolger zu finden. 96 schien zudem fast auch gezwungen, ihn ziehen zu lassen, denn nach der kommenden Serie wäre Anton ablösefrei gewesen. Sportchef Gerhard Zuber bezeichnete das Gesamtpaket mit Antons Wechsel als „faire Lösung“. Statt der jahrelangen Nummer 31 bei 96 bekommt „Waldi“ beim VfB nun die Nummer 2. 

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