Hannover 96 und HSV dürfen sich im Abstiegsduell keine Niederlage erlauben

Ein Nordderby mit einigen höchst pikanten Noten

Nach der Niederlage in Braunschweig wollen die 96-Fans endlich wieder einen Erfolg ihres Teams feiern. Fotos: Kaletta

HANNOVER Keine Frage, das Nordderby am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem Hamburger SV hat mehrere höchst pikante Noten. Da wäre zum einen, dass beide Teams unbedingt einen Sieg benötigen, um nicht noch mehr in den Abstiegsschlamassel hineingezogen zu werden. Zum anderen kehrt mit Mirko Slomka ein alter Bekannter in die HDI-Arena zurück. Die Brisanz dabei: Den jetzigen 96-Trainer Tayfun Korkut wollte Slomka zu Saisonbeginn als seinen Co-Trainer verpflichten. Der aber hat Slomka am 1. Januar diesen Jahres als Coach bei den Roten abgelöst, Slomka hingegen trainiert nunmehr den Hamburger SV.

Doch Mitleid ist für Slomka gegen seinen alten Verein nicht angebracht. „Das Spiel gegen 96 ist für uns ein Überholspiel. Wir können mit einem Sieg an Hannover vorbeiziehen und sie endgültig in den Abstiegsstrudel hineinziehen“, sagt Slomka, der gegen die 96er seinen 100. Bundesliga-Sieg und vor allem endlich mal einen Auswärtserfolg in dieser Saison feiern will. Denn weder mit 96 in der Hinrunde noch mit dem HSV ist ihm dies bisher gelungen.

Doch da wollen Korkut und sein Team dem ehemaligen 96-Erfolgstrainer gehörig in die Suppe spucken. Dafür sind die „Roten“ ins „Kloster“ gegangen, haben sich in der Abgeschiedenheit der „Klosterpforte“ in Marienfeld drei Tage im Trainingslager intensiv auf diese für sie so richtungweisende Partie vorbereitet. „Wir haben sehr viel miteinander geredet. Wichtig ist für mich, der Mannschaft wieder das Selbstvertrauen zurückzugeben“, setzt Korkut auf den Teamgeist. Doch der Trend spricht derzeit gegen die Hannoveraner vor allem nach dem 0:3-Debakel im Niedersachsenderby vor einer Woche gegen Eintracht Braunschweig. Nur ein Sieg in den vergangenen zehn Spielen zeigt eine deutliche Tendenz nach unten. Hingegen holte Slomka seit seinem Amtsantritt in acht Spielen elf Punkte, was er zwar „nicht optimal, aber okay“ findet. Verzichten muss Slomka allerdings mit Pierre-Michel Lasogga auf seinen gefährlichsten Stürmer, doch auch Korkut kann nicht seine beste Formation aufs Feld schicken. Innenverteidiger Andre Hoffmann ist nach seiner Roten Karte in Braunschweig für fünf Spiele gesperrt worden, 96 hat gegen diese lange Sperre Einspruch eingelegt. Auch Szabolcs Huszti fehlt wegen seiner zehnten gelben Karte. So wird es mit Sicherheit Umstellungen in der Defensive bei 96 geben.

Unterdessen gab 96-Boss Martin Kind dem Coach eine Jobgarantie. Kind betonte, dass er einen weiteren Trainerwechsel in dieser Saison ausschließt. Heißt, dass bei einem eventuellen Abstieg in Liga 2 der Deutschtürke Trainer bleibt. wg/gsd

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