2. Bundesliga

Hannover 96 verliert Trauerspiel in Regensburg

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Starker Auftritt: Linton Maina (l.) setzt sich in dieser Szene gegen den Regensburger Chima Okoroji durch.

Hannover - Was für ein unansehnliches Fußballspiel! Und aus Sicht von Hannover 96 auch noch: Was für ein bitterer Start ins neue Zweitliga-Jahr! 0:1 (0:1) beim SSV Jahn Regensburg, 2020-Auftakt verpatzt! So müssen die „Roten“ sogar weiter um den Klassenerhalt fürchten.

Hannover ging als drittbeste Auswärtsmannschaft der 2. Liga in die Partie. Nur Kiel und Bielefeld punkteten auf fremdem Geläuf besser. Doch davon war beim Jahn wenig zu sehen. 96 hatte mal wieder wie schon vor der Winterpause viel zu wenig Durchschlagskraft, obwohl Trainer Kenan Kocak mit John Guidetti den neuen schwedischen Sturmtank neben Marvin Ducksch in der Spitze aufgeboten hatte. Der ebenfalls gerade erst verpflichtete Dominik Kaiser blieb draußen. Hinten versuchte Kocak mit der Dreierkette Anton, Felipe und Horn sein Glück. Den ersten Aufreger gab’s nach fünf Minuten, als Felipe und Regensburgs Stolze zusammenrasselten, der Jahner musste wenig später raus – ebenso wie später der für ihn eingewechselte und verletzte Wekesser, der nach einem Zweikampf mit Albornoz mit der Trage weggebracht werden musste. Auch ein wegen starken Schneetreibens getauschter, roter Ball brachte kaum Farbe in die triste Partie. Ducksch hatte nach 25 Minuten die einzig gute Chance für 96 bei einem Kopfball. In der fünfminütigen Nachspielzeit fiel die Führung für die Oberpfälzer: Waldemar Anton brachte Jann George völlig unnötig zu Fall, Referee Patrick Alt (Heusweiler) gab Strafstoß, den Max Besuschkow verwandelte. Pausenpfiff erst nach acht Minuten Extra-Zeit. Wer hoffte, dass 96 nach dem Wechsel zulegen würde, sah sich getäuscht. Der SSV Jahn kam auf dem tiefen Boden besser ins Spiel, von den „Roten“ war offensiv wenig zu sehen. Aus dem Mittelfeld kamen keine Ideen und Impulse, von Guidetti vorn nichts zu sehen. Irgendwie schon wieder ein Trauerspiel von 96! Genau wie so viele vor Weihnachten. Kocak brachte noch den Ex-Leipziger Kaiser für Stendera, der genauso unsichtbar war wie Haraguchi, und außerdem mit Teuchert den dritten Offensivmann. Regensburg hatte inzwischen vollends die Kontrolle übernommen gegen 96er, die vor der Pause passabel auftraten, danach aber teilweise ins Schwimmen gerieten. Torwart Zieler lenkte einen Freistoß gerade noch an die Latte, hatte bei weiteren Jahn-Chancen auch noch Glück, als Anton auf der Linie rettete. 96 auch im ersten Spiel des neuen Jahres weiter im alten Trott, von neuen Impulsen war wenig zu sehen. Abpfiff nach 90 plus insgesamt 14 Minuten Nachspielzeit. Ein verdienter Sieg für Jahn. „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel gut kontrolliert“, meinte Coach Kocak. „Danach waren wir nicht zweikampfstark genug, haben den Zug nach vorn vermissen lassen und die langen Bälle von Regensburg nicht verteidigt. Dieses Spiel müssen wir nicht schönreden.“ Wäre auch völlig unangebracht!

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