Bundesliga-Abstiegskampf

Hannover 96 geht in Stuttgart unter

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Die Spieler aus Hannover sind nach dem Gegentreffer zum 0:3 völlig frustriert, Hendrik Weydandt schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

HANNOVER - Hannover 96 kann langsam für die 2. Bundesliga planen. Im vielleicht schon vorentscheidenden Kellerduell in Stuttgart kam das Team von Thomas Doll am Sonntagnachmittag mit 1:5 (0:3) unter die Räder. Nach dieser Niederlage haben die Roten nun fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz.

Seit 23 Spielen hat Hannover 96 auswärts nicht mehr gewonnen, und in Stuttgart offenbarten die Roten von der ersten Sekunde an, warum: Schon nach 44 Sekunden herrschte das erste Mal Chaos in der 96-Defensive, Mario Gomez umkurvte Keeper Michael Esser und scheiterte aus spitzem Winkel am Außennetz. Wenig später machte es Gomez besser. Völlig unbehelligt stand der Torjäger nach Pass von Steven Zuber vor dem Kasten der Gäste und verwandelte von der Strafraumgrenze mit links zum 1:0 (4.), sein sechstes Saisontor. Gegenspieler waren weit und breit nicht zu sehen. Auch in der Folgezeit sahen die Zuschauer in der Mercedes Benz Arena Einbahnstraßen-Fußball in Richtung Gäste-Tor. Die logische Folge war das 2:0, Ozan Kabak köpfte nach Ecke von Gonzalo Castro wuchtig zum 2:0 ein (16.). Von Hannover war in der ersten Hälfte absolut nichts zu sehen, von konstruktivem Spielaufbau konnte keine Rede sein, zumal 96 bei eigenem Ballbesitz gegen das aggressive Pressing der Stuttgarter kein Mittel fand. Keeper Esser hatten es die Gäste zu verdanken, dass es zur Pause nur 0:3 stand. Er rettete nach einem Bock von Waldemar Anton gegen Gomez (22.), entschärfte einen weiteren Kopfball von Gomez (42.) und war bei einem Schuss von Santiano Ascacibar zu Stelle (45.). Nicht verhindern konnte er den dritten Gegentreffer, der wie schon beim 2:0 nach Ecke von Gastro per Kopf von Kabak erzielt wurde. Es war bereits der 17. Gegentreffer nach einer Standardsituation, nicht nur in dieser Beziehung Hannover 96 absolut nicht erstligareif. Doll reagierte mit zwei Wechseln, brachte Marvin Bakalorz für Felipe und Jonathas für Hendrik Weydandt. Und siehe da: In der 49. Minute der erste Torschuss der Roten, Genki Haraguchi zielte jedoch zu hoch. 96 nun bemüht, der VfB abwartend und Jonathas traf zum 1:3 (68.), nachdem Bakalorz mit einem Steilpass Haraguchi in Szene gesetzt hatte. 96 witterte für kurze Zeit Morgenluft, doch die beiden Treffer von Steven Zuber (78. / 81.) machten das Debakel perfekt. Nur noch zehn Spiele, der Klassenerhalt rückt für Hannover in immer weitere Ferne. 96-Torwart Michael Esser: „Das war ein extrem beschissenes Spiel. Nach vier Minuten haben wir schon das erste Gegentor kassiert. Und danach bekommen wir drei Gegentore nach Eckbällen – das ist Wahnsinn. So brauchen wir gar nicht mehr zu einem Spiel hinfahren, da können wir gleich zu Hause bleiben.“

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