Christian Möckel kommt / Zweifel an der Erstliga-Tauglichkeit von Hannover 96 werden immer größer

Mit neuem Sportchef zum HSV

Das muss besser werden: Beim Pokalspiel in Darmstadt verloren die „Roten“ um Torhüter Ron-Robert Zieler mit 1:2. Am Sonntag treten die Hannoveraner beim HSV an. Foto: Zwing

hannover Wenn es schon auf dem Rasen wenig bis gar nicht läuft, hat Hannover 96 jetzt endlich – wie angekündigt noch im Oktober – einen neuen sportlichen Leiter gefunden. Es ist wie von den meisten erwartet Christian Möckel (42), der bei Zweitligist 1. FC Nürnberg freigestellt war. Mit dem neuen „Geschäftsführer Sport“ Martin Bader sind nun zwei Ex-„Clubberer“ bei den „Roten“ am Ruder. Ob die nun endlich geklärte Personalie Auswirkungen auf das am Sonntag beim Hamburger SV bevorstehende Auswärtspiel hat, bleibt abzuwarten.

Zum Neuen: Der ehemalige Profi, der für den 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth über 100 Profispiele bestritt sowie für die TSG 1899 Hoffenheim und den VfB Lübeck spielte, wird sich in seinem Aufgabengebiet intensiv um die Kaderplanung für die Bundesliga-Mannschaft, das Scouting und die enge Verzahnung zwischen Profibereich und Nachwuchsleistungszentrum kümmern. Möckel berichtet direkt an Martin Bader als Geschäftsführer Sport bei Hannover 96.

Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Christian Möckel von Sommer 2006 bis Juni 2010 zunächst als Sportlicher Leiter, später als Chefscout für die TSG 1899 Hoffenheim. Ab Juli 2010 war er als Chefscout für den 1. FC Nürnberg tätig. „Christian Möckel hat in Hoffenheim und in Nürnberg nachhaltig gearbeitet. Er hat in beiden Clubs jeweils die Abteilung Scouting aufgebaut und sich intensiv mit den Nachwuchsleistungszentren beschäftigt“, erklärt Bader. „Ich kenne und schätze Christian Möckel als Fachmann und Teamplayer.“ „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe bei Hannover 96. Sie ist spannend und anspruchsvoll, weil sie personelle, organisatorische und technische Anforderungen stellt“, sagt Möckel selbst.

Zum Fußball: Nach dem Pokal-Aus in Darmstadt am Mittwoch schwoll die Kritik am 96-Team eher noch weiter an. „Ist diese Mannschaft überhaupt Bundesliga-tauglich?“, wurde öffentlich gefragt. Im Gegensatz zu den 96-Verantwortlichen meint die überwiegende Mehrheit: Nein. 96 fehlt es vorne wie hinten (trotz Nationalkeeper Ron-Robert Zieler) und in der Mitte hat bislang nur der Japaner Hiroshi Kiyotake überzeugt – trotz seines Mittelfußbruches im Frühsommer.

Die „Roten“ spielen derzeit einen unattraktiven Fußball, kommen kaum zu nennenswerten, gefährlichen Torchancen – langweilen mitunter sogar. Von mitreißendem Offensivfußball jedenfalls keine Spur. In der gegenwärtigen Form ist 96 ein klarer Abstiegskandidat. Ein Muntermacher vor dem HSV-Spiel ist dies natürlich nicht.

Um den drohenden Abstieg unter allen Umständen zu verhindern, sollen in der zweiten Transferperiode im Januar 2016 vier bis fünf neue Spieler verpflichtet werden. Fragt sich nur, wo 96 die auf einen Schlag finden will – zumal sie auch noch bezahlbar sein müssen. Da darf man auf die Transfer-Künste von Bader und seinem neuen, alten Mitstreiter Möckel gespannt sein.

Trainer Frontzeck hat jetzt jedenfalls erstmal eine neue Idee, will den erst 18-jährigen Franzosen Allan Saint-Maximin auch mal im Sturm einsetzen. Es gibt aber auch Kritiker, die meinen, der Nachwuchsmann hätte es selbst in einer A-Jugendmannschaft schwer, sich durchzusetzen. „Maxi“, der in Darmstadt seine erste Startelf-Chance erhielt, ist meist zu verspielt, verliert den Überblick.

Allerdings: Schlechter machen als der für 3,5 Millionen Euro geholte türkische Stürmer Mevlüt Erdinc kann es Saint-Maximin auch nicht. Erdinc hat bisher überhaupt noch nichts gerissen, wirkt wie ein Fremdkörper. Wie lange hält Frontzeck noch an ihm fest? In Hamburg soll vorerst wieder Artur Sobiech vorne helfen, der auch alles andere als einen guten Lauf hat.

Probleme also bei 96, wohin man sieht. Und nun die beiden richtungsweisenden Spiele beim HSV und am kommenden Freitag gegen Hertha BSC Berlin. Es kann eigentlich nur noch besser werden. haz/gsd

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