Hannover 96 verkauft sich gegen Bayern München teurer als erwartet

„Meine Mannschaft hat nicht viel falsch gemacht“

Zwei Stürmer in der „Warteschleife“: Hannovers Joselu (links) und Didier Ya Konan, die in der zweiten Halbzeit eingewechselt werden.

HANNOVER Tobias Welz war der gefeierte Held der vielen Fans des Bundesliga-Branchenführers FC Bayern München in der ausverkauften HDI-Arena in Hannover. Denn der Schiedsrichter aus Wiesbaden verteilte zwei Gastgeschenke.

Zum einen führte ein direkt verwandelter Freistoß, der keiner war, zum 1:1-Ausgleich durch Xabi Alonso und ein Elfmeter, der noch weniger einer war, zum vorentscheidenden 2:1 in der 61. Minute durch Thomas Müller. Am Ende stand ein standesgemäßer 3:1 (1:1)-Duselsieg des souveränen Spitzenreiters gegen den abstiegsbedrohten Außenseiter Hannover 96.

„Heute hat viel gestimmt bei uns. Aber du läufst dir hier den Ast ab, bist in der Lage, nachdem uns der Trainer einen Plan mitgegeben hat, und verlierst dann unglücklich“, meinte der frustrierte Leonardo Bittencourt. „Das gelingt nicht jedem Team gegen diese Bayern, ein solch schön herausgespieltes Tor zu schießen. Daran sieht man, dass Qualität in unserem Team steckt“, ergänzte der 96-Mittelfeldspieler. In der Tat, das 1:0 (25. Minute) durch den Japaner Hiroshi Kiyotake nach einem Traumpass von Sane auf Jimmy Briand, der den Ball mustergültig dem Torschützen vorlegte, war eine Augenweide. Doch nur drei Minuten später spielte Welz das erste Mal Schicksal zu Ungunsten der Roten, als er einen Freistoß pfiff, obwohl nichts passiert war, David Alaba sich auf den Hosenboden gesetzt und Welz so die Bayern zum schnellen Ausgleich verholfen hatte.

„Meine Mannschaft hat nicht viel falsch gemacht, taktisch sehr diszipliniert gespielt und eine ordentliche Leistung abgeliefert, sie ist nicht auseinandergebrochen“, konstatierte 96-Trainer Tayfun Korkut trotz des achten sieglosen Spiels in Folge. Für die Vorentscheidung sorgte dann erneut Welz, als er einen ganz normalen Einsatz von Marcelo, der im Strafraum zum Ball ging, Robert Lewandowskis Kopf, den dieser viel zu tief nahm, unabsichtlich traf. Anstatt auf gefährliches Spiel von Lewandowski zu pfeifen, gab Welz zu aller Überraschung Strafstoß, den Müller sicher zum 2:1 verwandelte. Mit einem Kopfball zum 3:1 (72.) nach Flanke vom eingewechselten Frank Ribery machte Müller den Deckel auf den Sieg der Bayern.

Auf dieser Leistung können die 96er zweifellos aufbauen mit blick auf die kommenden schweren Spiele in Gladbach und gegen Dortmund. wg/gsd

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