1:3 in Augsburg

Hannover 96 kassiert 25. Auswärts-Niederlage in Folge

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96-Offensivkraft Linton Maina blickt schon voraus, wie er Jonathan Schmidt aussteigen lässt. Das gelingt auch, aber am Ende verlieren die Hannoveraner aber beim FC Augsburg mit 1:3.

HANNOVER - Nicht nur, dass Hannover 96 beim FC Augsburg mit 1:3 (1:0) verlor – zu allem Überfluss gab es hinterher auch noch jede Menge Theater zwischen Trainer Thomas Doll und Schiedsrichter Manuel Gräfe. 

Der 96-Coach hielt dem Referee „Gelabere“ vor, Gräfe bezeichnete Doll als „arrogant“. Ausgangspunkt der Zoffs war eine Situation vor dem 2:1-Führungstreffer der Augsburger, als Oliver Sorg den Ball mit der Hand gespielt hatte. Die Szene und das daraus folgende Tor für den FCA durch Jonathan Schmids direkt verwandelten Freistoß machte Doll verantwortlich für die 25. Auswärtsniederlage in Folge. Es gab also kein Deja vu vom 21. November 2017, als 96 in Augsburg den letzten Auswärtserfolg (2:1) buchte. Der heftige Katakomben-Krach zwischen Trainer und Schiedsrichter überschattete letztlich aber nur eine Partie, in der 96 durchaus lange Zeit zu gefallen wusste. Letztlich war er aber auch nur ein Nebenkriegsschauplatz, denn die sportliche Perspektive Klassenerhalt tendiert nun noch weiter gen Null. Zu Rettungsplatz 15 (Schalke) hat Hannover jetzt neun Punkte Rückstand, zu Relegationsrang 16 (Stuttgart) sechs Zähler. „Und die Spiele werden immer weniger“, hatte Doll schon vor dem „Abstiegs-Endspiel“ in Augsburg erkannt. Zunächst aber gab es lange Hoffnung auf einen oder sogar drei Punkte. Hendrik Weydandt köpfte den Ball im zweiten Versuch im Luftduell mit Danso aus 13 Metern ins FCA-Gehäuse (8.), nachdem Khedira zuvor Linton Mainas Schuss geblockt hatte. Nur vier Minuten später scheiterte Weydandt mit einem Volleyschuss. Nach zwei Möglichkeiten für Augsburgs Baier und Ji hatte Hannovers Brasilianer Jonathas zweimal (38., 40.) das 2:0 auf dem Fuß. 96 verteidigte bis dahin gut, setzte auch offensiv Akzente. Nach der Pause dann typisches Abstiegskampf-Szenario: Der Freistoß vom 96-Japaner Haraguchi klatscht an die Latte (52.) – Pech für die „Roten“! Dann legt Augsburg zu. Cordova köpft den Abpraller von Hahns Pfostenschuss zum 1:1 über die Linie (65.). Hannover kommt hinten nicht mehr heraus, die Augsburger drücken und drängen. Nach dem aus Doll’scher Sicht umstrittenen Freistoß-2:1 trifft Hahn noch von halbrechts zum 3:1 (86.). Aus, Bundesliga-Messe schon gelesen? Manager Horst Heldt hat nur die üblichen Plattitüden parat: „Solange rechnerisch noch etwas geht, hören wir nicht auf.“ Was soll er auch sonst sagen? Nach der Länderspiel-Pause kommen ausgerechnet die ebenfalls krisengeschüttelten Schalker zu 96. Heldts Ex-Klub. Das nächste Abstiegs-Endspiel. Für 96 und auch für Schalke. Langweilig wird es nicht.

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